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49ers FanZone => 49ers News Zone => Thema gestartet von: igor am Di, 16. Dez. ’14, 21:43

Titel: Commentary: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: igor am Di, 16. Dez. ’14, 21:43
Schön langsam wird alles viel greifbarer als noch vor Monaten, als Mitte Dezember 2013 erste Anzeichen des Gerangels zwischen Jim Harbaugh und dem Management der 49ers an die Öffentlichkeit durchsickerten.

Nun, mit der offenkundigen Realität vor Augen, der Saison vor ihrem Abschluß und niemandem in der 49ers-Organisation, der auch nur annähernd leugnen würde, daß Harbaugh ziemlich rasch der Ex-Coach der 49ers sein wird, stellen viele Leute die grundlegende Frage: wie konnte das einem Coach passieren, welcher der Franchise unmittelbar nach seiner Ankunft neues Leben einhauchte, sie in drei aufeinanderfolgende NFC Championship Games führte und in dieser Saison nicht wirklich am Bodensatz der Liga aufgeschlagen ist?  Wenn Harbaugh einer der meistgefragtesten Football-Coaches sein wird, sobald sich die 49ers von ihm getrennt haben, warum sollten die 49ers sich dann überhaupt erst von ihm trennen?

Viel wurde über dieses Thema geschrieben, von jedem, der dieses Team covert – aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um noch einmal auf die Ursachen und die fundamentalen Gräben zwischen Harbaugh, Jed York und Trent Baalke einzugehen – und diese drei sind wirklich die einzigen Personen, auf die es in diesem Drama ankommt.

Team President Paraag Marahte und die eigentliche Besitzerin Denise DeBartolo York könnten hierbei ebenfalls eine Rolle spielen, aber es steht zweifelsfrei fest, daß Jed York und Baalke die Hauptakteure sind.  Beide entschieden schon vor langer Zeit, daß sie mit Harbaugh nur dann die Saison 2015 in Angriff nehmen würden, falls er in dieser Saison die Super Bowl gewinnt – eine Situation, die Harbaugh stillschweigend verstand und die ihm nichts ausmachte.

Jeder im 49ers-Hauptquartier verwettete die Zukunft dieses Franchise auf Basis des Ergebnisses in diesem Jahr.  Nun sehe man sich an, was passiert ist ...

Okay, drehen wir das Rad der Zeit ein wenig zurück.

Im Februar schrieb ich ein wenig über die Probleme, mit denen die Spaltung zwischen Harbaugh und den 49ers begann – welche gerade erstmals für die Öffentlichkeit sichtbar geworden waren, als bekannt wurde, daß die 49ers zumindest ganz kurze Konversationen mit den Browns bezüglich eines Trades von Harbaugh hatten.

Das war ein Signal, das klarer nicht sein konnte: die 49ers waren dazu bereit, über den Trade ihres Coaches zu reden, der mit dem Team gerade erst ein einziges Play davon entfernt war, Seattle im NFC Championship Game zu schlagen.  Die halbherzigen Dementi zu dieser Story verstärkten dieses Signal noch mehr.  York und Baalke fingen an, von Harbaugh genug zu haben, und ihn juckte es ebenfalls ein klein wenig, es andernorts mit einem anderen Owner und einem anderen GM zu versuchen, die ihn noch nicht satthatten.

Neun Monate später hat sich eigentlich so ziemlich alles so ergeben, wie man es anhand dieser Geschichte erwarten oder vermuten konnte.  Hier der Versuch, das alles für das Hier und Jetzt etwas zu vereinfachen und zu verdeutlichen.

Wie kam es dazu?

1. In den letzten beiden Offseasons hatten York und Harbaugh kurze Unterhaltungen betreffend eine Vertragsverlängerung über 2015 hinaus, aber man kam nie in die Nähe eines Deals.

Je mehr ein namhafter Coach sich dem Ende seines laufenden Vertrags nähert, desto mehr Druck baut sich hinsichtlich seiner Zukunft auf.  Im Falle von Harbaugh – das Gesicht der Franchise – wurde dadurch bereits diese Saison 2014 gewissermaßen zu einem Lame-Duck-Jahr.

Obwohl er noch für ein Jahr unter Vertrag steht, kochten bereits auf dem Weg zu diesem letzten Jahr die Wogen von allen Seiten hoch, die Vertragsverlängerung unter Dach und Fach zu bringen, noch lange bevor das Jahr 2015 überhaupt am Horizont auftauchte – und sonst würde es ein Zeichen sein, daß Harbaugh es gar nicht bis 2015 schaffen würde.

2. Harbaugh kann recht launenhafte Persönlichkeit sein, mit Ecken und Kanten, und York hatte Gründe, sich zu fragen, ob er Harbaugh überhaupt für mehr als vier Jahre haben wollte.  Einige Spieler haben unter Umständen ebenfalls begonnen, so zu denken.

3. Baalke kann ebenfalls eine kompromißlose Persönlichkeit mit Ecken und Kanten sein.

Niemand ist in diesem Business, um Freundschaften fürs Leben zu schließen – aber Baalke ist ein viel geschmeidigerer Politiker als man ihm zutrauen würde, und er hat die totale Kontrolle über den 49ers-Betrieb übernommen während Harbaughs Verhältnis zu York sich verschlechterte.  Baalke und Harbaugh hatten viele Streitigkeiten, und Baalke und York wurden dieser Rangeleien überdrüssig.

4. Es gibt niemanden im Front Office, der als Puffer zwischen diesen beiden Männern fungieren könnte – ganz besonders nicht seit dem Abschied des früheren Player Personnel Director Tom Gamble.  Das hätte die Rolle von York sein können, aber er hat Baalke ganz eindeutig als seine langfristige Lösung gewählt.  (Baalkes Vertrag wurde im Februar 2012 verlängert bis inklusive 2016 – ganz betont um ein Jahr länger als Harbaughs Vertrag.)

5. Baalke und York haben entschieden, daß sie Harbaughs Preis für eine Verlängerung nicht bezahlen können bzw. wollen – bis er eine Super Bowl gewonnen hat.  Sie sahen durchaus, daß Harbaugh der Franchise viel Gutes gebracht hat und auch nach wie vor ein sehr guter Coach ist, aber der Gedankengang war wahrscheinlich: Warum sollte man Harbaugh eine Verlängerung über fünf Jahre zu je 8–10 Millionen Dollar geben, wenn er doch seine Beziehungen beständig vergiftete und sie ihn womöglich sowieso gleich feuern wollen würden?

Sie wußten auch, daß Harbaugh niemals weniger als einen Spitzenverdienst nehmen würde.

Harbaugh wußte ebenfalls, daß er niemals weniger nehmen würde – ganz besonders angesichts des 1,3 Milliarden Dollar teuren Stadions unmittelbar neben dem 49ers-Hauptquartier, das eine sprudelnde Geldquelle für Yorks Schatztruhe ist.

6. Als die Vertragsgespräche in der vergangenen Offseason abgebrochen wurden, wußten beide Seiten, daß es womöglich das letzte Mal war, daß sie miteinander über einen neuen Vertrag gesprochen hatten.

7. York und Baalke begannen in der letzten Offseason ernsthaft und realistisch, eine Zukunft ohne Harbaugh zu planen – und diese Planerei begann nach außen durchzusickern.

Das ist der Grund, warum Clevelands GM Mike Lombardi und Präsident Joe Banner – beide sind in der Zwischenzeit ihren Job los – dachten, sie hätten eine Chance, für Harbaugh zu traden.  Ganz nebenbei ist Lombardi auch noch ein Freund von Harbaugh, und Lombardis Sohn arbeitet als Coaching Assistant bei den 49ers.

Und als Cleveland anrief, wäre York bereit gewesen, diesen Weg zu gehen – bis Harbaugh ihm sagte, es nicht zu tun.

Während der vergangenen Saison 2013 wurde Harbaugh von York gefragt, ob er zu Texas oder USC gehen wolle – und Harbaugh sagte, daß er bleiben wolle.

Es war also eindeutig schon seit einiger Zeit in Yorks Kopf.  Er konnte sich nicht vorstellen, daß Harbaugh dieses Team noch großartig länger coachen würde – und wenn der Owner einmal so zu denken beginnt, dann wandert jede weitere persönliche Mißstimmung auf die Liste der »Gründe, warum er bald weg sein wird«.

8. Als die Trade-Gerüchte mit Cleveland ruchbar wurden, versuchten York und Baalke vorzutäuschen, daß für 2014 alles in Ordnung sein würde.  Das war es nicht.

Harbaugh wußte, daß seine Vorgesetzten über eine Zukunft ohne ihn nachdachten, womöglich mit Defensive Line Coach Jim Tomsula als neuen Coach.

York und Baalke wußten, daß die Uhr von Harbaughs Amtszeit ablief, es sei denn, er würde in dieser Saison die Super Bowl gewinnen.

Und alles über dieses Team und den Locker Room begann sich sehr instabil anzufühlen.

9. Obwohl York und Baalke sich zum Start der Saison 2014 wieder beruhigt hatten, so konnte einer der beiden – oder auch beide, oder auch ein anderes Mitglied des Front Office – nicht anders, als über die nationalen Medien ihre Gefühle hinsichtlich Harbaugh rechtfertigen zu versuchen.

Das geschah im Verlauf der Saison regelmäßig und löste weiteres Mißtrauen zwischen allen Beteiligten aus, brachte weitere aufgestaute Ressentiments hervor, und zerstörte schließlich die gesamte Chemie in dieser Saison.

Mit all den verletzten Starten sowie einem sich abmühenden Colin Kaepernick hätte diese Saison vielleicht so oder so genau gleich geendet – ohne das andauernde und destabilisierende Gerede hätte es aber nicht dieses große Beigewicht.

10. Als der 49ers-Motor in der Saison zu stottern begann, gab es keinen Ausweg mehr.  Harbaugh konnte sich nicht mit Baalke zusammentun, denn diese Beziehung ist kaputt.  York konnte nicht zwischen den beiden Seiten vermitteln, da es um seine Beziehung zu Harbaugh noch schlechter bestellt ist.

Die Saison 2014 war bestimmt nicht Harbaughs beste Leistung als Coach – die Offense hat einen großen Schritt zurück gemacht.

Viele von Baalkes jüngsten Personalentscheidungen waren fragwürdig.  Einige der Schlüsselveteranen bauten in dieser Saison rapide ab – oder sie fielen verletzungsbedingt aus, und die jungen Spieler waren noch nicht dazu bereit, die Zügel wieder anzuziehen.

York war ein Chiffrierbeamter und kein Anführer.

All das begann etwa vor einem Jahr.  Jemand hätte es stoppen können.  Niemand tat es.  Im Prinzip ist es nun so, wie es von den drei Hauptfiguren aufgebaut wurde, ob gewollt oder nicht.

Und da stehen sie nun alle.  Bereit für das Ende.

Quelle: Mercury News (16.12.)
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: igor am Di, 16. Dez. ’14, 21:53
Gut – York und Baalke planen schon länger ohne Harbaugh.  Trotzdem fehlt mir noch der Missing Link, wie es vorher dazu kam.  Ist das wirklich »nur« Harbaughs launenhafte und kantige Persönlichkeit in Kombination mit Baalkes offenbar ebenso schwieriger selbiger?

Irgendwie finde ich es immer noch sehr arg, daß ein höchst erfolgreicher Head Coach im Prinzip allein durch seine schwierige Persönlichkeit seinen Job verlieren soll ...
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: Cordovan am Di, 16. Dez. ’14, 22:00
Zitat von: igor am Di, 16. Dez. ’14, 21:53
Gut – York und Baalke planen schon länger ohne Harbaugh.  Trotzdem fehlt mir noch der Missing Link, wie es vorher dazu kam.  Ist das wirklich »nur« Harbaughs launenhafte und kantige Persönlichkeit in Kombination mit Baalkes offenbar ebenso schwieriger selbiger?

Irgendwie finde ich es immer noch sehr arg, daß ein höchst erfolgreicher Head Coach im Prinzip allein durch seine schwierige Persönlichkeit seinen Job verlieren soll ...
Da hast du Recht. Irgendwie fehlt noch was. Es muss noch was anderes passiert sein, dass (noch) nicht an die Öffentlichkeit gekommen ist - meiner Ansicht nach.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: owl49er am Di, 16. Dez. ’14, 22:09
Ich meine, gestern noch von Kawakami einen ersten Kommentar zur bevorstehenden Trennung gelesen zu haben. Wenn mich mein Englisch dort nicht komplett trügte, fiel dieser deutlicher aus: während er hier allen Beteiligten dieselbe Schuld gibt, schrieb er da noch davon, dass Baalke/York bewusst Harbaugh "zum Abschuss freigegeben hätten".

Allerdings fehlten mir da die schlüssigen Beweise - die er offensichtlich nicht liefern kann/will. Seine Argumentation war darauf aufgebaut, dass seit den gescheiterten Vertragsverhandlungen von keinem der beiden auch nur ein Dementi o.ä. kam. Logische Konsequenz sei dann eine verunsicherte Mannschaft gewesen. (ich sehe gerade, dass es diesen Kommentar doch noch gibt: http://blogs.mercurynews.com/kawakami/2014/12/14/end/). Man lasse sich den ersten Satz auf der Zunge zergehen:

"49ers management killed this season with a thousand little pinpricks, sideswipes and unidentified gut punches."

Daher nun vermutlich die gemäßigtere Fassung  :-\
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: reagan - The Left Hand am Di, 16. Dez. ’14, 22:35
Angesichts der Bilanz ist die Story eigentlich ziemlich schräg. Ich würde Harbaugh klar sagen, dass Kap seine Entscheidung war und er jetzt in der Pflicht steht ihn und die Franchise zum Erfolg zu führen. Das mit einem 3 Jahresvertrag auf dem Tisch.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: Soyapango am Di, 16. Dez. ’14, 22:49
Zitat von: igor am Di, 16. Dez. ’14, 21:53
Gut – York und Baalke planen schon länger ohne Harbaugh.  Trotzdem fehlt mir noch der Missing Link, wie es vorher dazu kam.  Ist das wirklich »nur« Harbaughs launenhafte und kantige Persönlichkeit in Kombination mit Baalkes offenbar ebenso schwieriger selbiger?

Irgendwie finde ich es immer noch sehr arg, daß ein höchst erfolgreicher Head Coach im Prinzip allein durch seine schwierige Persönlichkeit seinen Job verlieren soll ...

Damit komme ich auch überhaupt nicht klar! Im Bericht steht ja, dass schon während der Saison 2013 über Harbaughs möglichen Abschied gesprochen wurde. Wenn wirklich etwas Gravierendes vorgefallen sein sollte, hätte man JH ja eigentlich unmittelbar vor die Tür setzen müssen und nicht noch anderthalb Jahre zuwarten...?!?

Wie man es dreht und wendet, ich finde das Verhalten und die Außendarstellung aller Beteiligten enttäuschend und schlichtweg stümperhaft! Und es macht mir nicht gerade Hoffnung für die Zukunft!
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: Supertommy am Di, 16. Dez. ’14, 23:09
Da steht was, was nichts Neues ist oder einzig allein das die Niners versucht hätten JH wegzutraden ! Man kann ja mit dem allen noch leben aber dann dem FO alles in die Schuhe zu schieben ist schon etwas hart, denn funktioniert hat in dieser Saison eigentlich nur die Offense nicht !

Vielleicht schriebt mal irgendeiner der Beteiligten in 25 Jahren ein Buch, dann werden wir etwas mehr wissen !  :)
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: stig49 am Di, 16. Dez. ’14, 23:50
Wenn man Kawakamis beide Artikel liest, dann ist vollkommen klar, dass er zwei Dinge sagt:

Harbaugh vergiftet - wie auch immer - fast jede Beziehung auf Dauer

Und zweitens: Anstatt diesen komplizierten aber eben auch erfolgreichen Coach zu managen, mobben Baalke und York ihn raus. Und zwar so planmäßig, dass sie darüber in Kauf nahmen, die Saison zu ruinieren. Das finde ich schon ganz schön heftig und es klingt enorm link  - wobei man nicht weiß, womit JH sie so zu seinen Feinden gemacht hat.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: igor am Mi, 17. Dez. ’14, 05:12
Zitat von: stig49 am Di, 16. Dez. ’14, 23:50
[...] wobei man nicht weiß, womit JH sie so zu seinen Feinden gemacht hat.
Und das ist eben genau das, was mir irgendwie noch fehlt bei der ganzen Geschichte.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: stig49 am Mi, 17. Dez. ’14, 07:20
Zitat von: igor am Mi, 17. Dez. ’14, 05:12
Zitat von: stig49 am Di, 16. Dez. ’14, 23:50
[...] wobei man nicht weiß, womit JH sie so zu seinen Feinden gemacht hat.
Und das ist eben genau das, was mir irgendwie noch fehlt bei der ganzen Geschichte.
Es bleibt das Gefühl, dass Baalke JH weg haben wollte, aber dabei selbst nicht schlecht dastehen wollte. Deshalb destabilisiert er ihn, und dass Abgelenktheit auf dem Feld die Folge war, ist ja offensichtlich. ein verlorenes Jahr, und die Blöden sind Fans wie wir. Hätte lieber schlafen sollen in manchen Sonntagnächten rückblickend.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: tuneman am Mi, 17. Dez. ’14, 07:21
Wenn 3 (bzw. 2 + 1) Machtmenschen mit so starkem Ego und ihren persönlichen Eitelkeiten aufeinandertreffen ist sowas oft unausweichlich.
Leider wurde hier in letzter Zeit nicht der sportliche Erfolg vor alles andere gestellt, sondern die oben angeführten 'Tugenden' (Eitelkeiten, Machterhalt ...)

Klingt ein ziemlich nach Kindergarten und nicht erwachsenen Handelnden, die GEMEINSAM am größten erreichbaren Ziel im American Football arbeiten.

sad but true... :(
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: NinersWOLFSBURG am Mi, 17. Dez. ’14, 07:22
Ich finde es schon extrem traurig was hier passiert ist. Was hier schon viele gesagt haben das es extrem an der ausendarstellung hapert.
Selbst wenn sich Harbaugh und Baalke und York irgendwie nicht verstehen muss das Team und der erfolg über alles gehen. Wir hatten diese
Saison ein unfassbares verletzungspech gerade in der Defense. Ich glaube seit dem ich 49ers Fan bin haben wir soetwas noch nie gehabt.
Auch wenn die Offense diese Saison wirklich sehr schlecht war hat die Defense unglaublich gespielt. Warum muss man den sein persönliches
missverhältniss über alles sogar den Erfolg der Organisation stellen. Es ist so verdammt schade wir haben 3 Jahre wirklich super Football gespielt
und ich hoffe das wir nach dieser Saison irgendwie wieder in die Erfolgsspur zurück finden können. Mit wem auch immer als Head Coach
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: Candlestick am Mi, 17. Dez. ’14, 07:30

Zitat von: igor am Mi, 17. Dez. ’14, 05:12
Zitat von: stig49 am Di, 16. Dez. ’14, 23:50
[...] wobei man nicht weiß, womit JH sie so zu seinen Feinden gemacht hat.
Und das ist eben genau das, was mir irgendwie noch fehlt bei der ganzen Geschichte.

Naja ich arbeite ja in der Personalentwicklung und da kommt das auch immer, dass alle meinen es muss die große Geschichte gegeben haben, warum es zu Feindschaften untereinander kam.

2 Dinge dazu: 1. meistens sind es die kleinen (oft auch unausgesprochenen und unausgefochtenen) Dinge aus denen sich permanente Ablehnung gegeneinander entwickelt und 2. passiert es zumeist schleichend, dass sich das "mit dem geht's einfach nicht mehr" entwickelt. Umso schwieriger ist es oft herauszufinden, wo der Kern oder der Auslöser liegt/lag.

Wenn Führungskräfte nicht miteinander können, dann bleibt das sehr oft auch so. Zuviel Ego auf beiden Seiten, zu groß die Unterschiede in der Weltsicht etc., aber kurzum: es muss nicht immer der große Streit sein! Meist macht ihn nur die Zeit und die Auswirkung groß!
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: zugschef am Mi, 17. Dez. ’14, 07:38
Zitat von: igor am Mi, 17. Dez. ’14, 05:12
Zitat von: stig49 am Di, 16. Dez. ’14, 23:50
[...] wobei man nicht weiß, womit JH sie so zu seinen Feinden gemacht hat.
Und das ist eben genau das, was mir irgendwie noch fehlt bei der ganzen Geschichte.
Harbaugh ist kein "Yes-Man". Wenn man ihm sagt, dass Roman weg oder dieser oder jener Spieler auf die Bank/aufs Feld muss, dann ist ihm das wurscht. Sie suchen einen Hampelmann.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: TheCatch49 am Mi, 17. Dez. ’14, 08:01
Zitat von: zugschef am Mi, 17. Dez. ’14, 07:38
Zitat von: igor am Mi, 17. Dez. ’14, 05:12
Zitat von: stig49 am Di, 16. Dez. ’14, 23:50
[...] wobei man nicht weiß, womit JH sie so zu seinen Feinden gemacht hat.
Und das ist eben genau das, was mir irgendwie noch fehlt bei der ganzen Geschichte.
Harbaugh ist kein "Yes-Man". Wenn man ihm sagt, dass Roman weg oder dieser oder jener Spieler auf die Bank/aufs Feld muss, dann ist ihm das wurscht. Sie suchen einen Hampelmann.
Hab ich ja auch schon geschrieben: ein Hampelmann und Ja Sager ist immer einfacher. Das Ergebnis wird man dann Ende 2015 sehen.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: snoopy am Mi, 17. Dez. ’14, 08:02
Vielen Dank für den Artikel, aber bevor ich nichts konkretes hoere oder lese, bleibe ich bei "blablabla"
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: owl49er am Mi, 17. Dez. ’14, 08:04
Zitat von: TheCatch49 am Mi, 17. Dez. ’14, 08:01
Zitat von: zugschef am Mi, 17. Dez. ’14, 07:38
Harbaugh ist kein "Yes-Man". Wenn man ihm sagt, dass Roman weg oder dieser oder jener Spieler auf die Bank/aufs Feld muss, dann ist ihm das wurscht. Sie suchen einen Hampelmann.
Hab ich ja auch schon geschrieben: ein Hampelmann und Ja Sager ist immer einfacher. Das Ergebnis wird man dann Ende 2015 sehen.
...und etwas anderes werden sie nach dieser Saison nicht mehr bekommen   :swear:
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: frontmode am Mi, 17. Dez. ’14, 08:22
Es gibt schon einen Unterschied zwischen einem Ja-Sager und einem, der Konflikte scheinbar geradezu sucht und keine Niederlage akzeptiert.

Das 46er Roster ist ganz alleine sein Gebiet, ebenso die Coaches. Nur muss das FO natürlich von seinem Plan und Entscheidungen überzeugt sein.

Und JH weiß das und scheint sich trotzdem nicht zu verändern. Eher im Gegenteil. Eine Zeitlang hat Baalke die Dinge für York abgepuffert und dann hat er es sich mit ihm auch verscherzt. Da ist die Frage, ob das nicht sehr bewusst war.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: RedEd am Mi, 17. Dez. ’14, 09:12
Der einzige Gewinner, den ich da sehe, wird Harbaugh sein.
Er wird sich vor Angeboten nicht erwehren können und irgendein Team wird ihm die Macht und das Geld geben, das er will.
Stellt sich nur die Frage, ob die 49ers da nicht der große Verlierer sein werden.....aber das werden wir erst im nächsten Jahr sehen.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: IamNINER am Mi, 17. Dez. ’14, 09:47
So richtig glorreich sind beide Seiten in dieser Angelegenheit nicht. Es ist aber nicht so, dass nur Harbaugh ein guter Coach ist. Zwischen einem reinen Ja-Sager und Harbaugh gibt es die diversen Abstufungen.

Wenn man einen guten Coach holt, der aber intern etwas harmonischer vorgeht und die Kämpfe lieber mit den Gegnern austrägt, dann muss das nicht zwingend ein Fehler sein.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: Moriarty am Mi, 17. Dez. ’14, 10:18
Zitat von: igor am Di, 16. Dez. ’14, 21:53
Gut – York und Baalke planen schon länger ohne Harbaugh.  Trotzdem fehlt mir noch der Missing Link, wie es vorher dazu kam.  Ist das wirklich »nur« Harbaughs launenhafte und kantige Persönlichkeit in Kombination mit Baalkes offenbar ebenso schwieriger selbiger?

Irgendwie finde ich es immer noch sehr arg, daß ein höchst erfolgreicher Head Coach im Prinzip allein durch seine schwierige Persönlichkeit seinen Job verlieren soll ...

Also wenn das wirklich der Grund war, weshalb man sich die Situation so selbst eingebrockt hat, dann prost Mahlzeit! Sehr professionelle Attitüden ::). Dann muss ich meine Meinung zu Baalke und gerade auch York überdenken. Die Einstellung, was den Superbowl betrifft, ist auch sehr interessant. Bilanz und Verdienst unmittelbar nach den Katastrophen-Jahren sind wohl egal, Hauptsache in vier Jahren muss der sechste Ring her. Sehr abgehoben und es deutet darauf hin, dass man mit Harbaugh wohl persönlich ein Problem hat, aber die Bilanz macht(e) es schwierig ihn loszuwerden. Meine Herren und ich dachte wir haben wirklich die Kurve mit den Protagonisten bekommen.

Oh, ich sehe gerade, selbst "Ran" bzw. Jan Stecker analysiert jetzt unsere Situation ;):

http://www.ran.de/us-sport/nfl/news/stecker-kolumne-was-ist-nur-schief-gelaufen-49ers-140384
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: igor am Mi, 17. Dez. ’14, 10:20
Zitat von: Red Shadow am Mi, 17. Dez. ’14, 10:18
[...] und es deutet darauf hin, dass man mit Harbaugh wohl persönlich ein Problem hat, aber die Bilanz macht(e) es schwierig ihn loszuwerden.
Genau das ist es wohl. =(
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: TheBeast am Mi, 17. Dez. ’14, 11:00
Zitat von: NinersWOLFSBURG am Mi, 17. Dez. ’14, 07:22
Selbst wenn sich Harbaugh und Baalke und York irgendwie nicht verstehen muss das Team und der erfolg über alles gehen.
...
Warum muss man den sein persönliches missverhältniss über alles sogar den Erfolg der Organisation stellen.

Also zuerst nur eine kleine Anmerkung: Bitte die ENTER-Taste nur für Absätze benutzen, normale Zeilenumbrüche macht das Forum eh von selber, sonst leidet die Lesbarkeit (ziemlich sogar, finde ich).

Und zum Inhalt: Das sieht doch in solchen Situationen keiner der Beteiligten so. Im Gegenteil ist da jeder davon überzeugt, dass der Erfolg sich sofort einstellen würde, wenn nur die andere Seite aufhören würde, einem Prügel zwischen die Beine zu werfen. Das impliziert natürlich auch, dass man nicht nachgeben kann, weil sich das bisschen Erfolg, das bleibt, sich ja dann sofort auch noch verflüchtigen würde.

Es geht also gar nicht darum, dass persönliche Befindlichkeiten über das größere Wohl gestellt werden, es geht um grundlegende Auffassungsunterschiede zwischen den Beteiligten. Die jeweils andere Auffassung erscheint als das, was das größere Wohl überhaupt erst gefährdet.

Ich hab' ja keine Ahnung, ob das auch in dem Fall das ist, was bei den Niners passiert, aber wenn auch nur annähernd wahr ist, was hier von allen möglichen Personen, mit oder ohne Hintergrundwissen, verbreitet wird, dann sieht es wohl so aus:
Baalke/York sind der Meinung, dass Harbaugh zwar ein guter Coach ist, mit seiner Art aber den endgültigen Durchbruch verhindert. Im Speziellen sind sie möglicherweise auch der Meinung, dass sie schon einmal einen guten Coach gefunden haben und dass ihnen das jederzeit wieder gelingt. Harbaugh andererseits hätte aus seiner Sicht die Super Bowl schon längst gewonnen, wenn man ihm die Position des GM auch noch übertragen hätte; oder wenn Baalke/York ihn wenigstens nicht behindern würden. Aber er hat ja schon einmal ein Team aus dem Keller geholt und kann das jederzeit wo anders wiederholen.

Und das ganze stellen wir uns jetzt als Gesprächsbasis vor und es braucht sich keiner mehr wundern.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: jerryrice80 am Mi, 17. Dez. ’14, 17:20
Tolle Gesprächsbasis, wobei ich dann ebenfalls JH als eher erfolgsverdächtig für die Zukunft halte, als alles was unser FO aus dem Hut zaubern kann/wird !  :-\
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: wizard49er am Mi, 17. Dez. ’14, 19:47
In der Offseason wird viel auf uns zukommen und keiner weiß wie das genau aussehen wird.
Ich hoffe nur das wir nicht wieder ein Team werden, das keine 6 Siege zusammen bekommt.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: Daddy am Mi, 17. Dez. ’14, 20:29
So richtig nachvollziehen kann ich das net. Aber dazu ist man eben viel zu weit weg. Die Offense ist dieses Jahr eine einzige Katastrophe und die Verantwortlichen sollten und werden wohl auch wissen woran das liegt. Also sollte man da einfach die Notwendigen Schlüsse ziehen und was ändern. Das kann doch nicht so schwer sein. Wenn es an Roman liegt,dann weg mit ihm, wenn es an CK liegt,dann weg mit ihm und wenn der Wurm was tiefer liegt,sollte man das Problem doch beheben können. Unabhängig vom persönlichen befinden der Leute.

Zu Roman, er hat ja die ersten Jahre super gecallt und damit auch AS zu einem richtig guten QB gemacht. Auch als CK übernahm,hat man das richtige für ihn gecallt. Also kann es net wirklich nur an Roman liegen. Hat man einfach in der Offseason einen Gameplan erstellt für das Jahr in der Hoffnung,das CK das auch spielen kann? Und nun hat man gemerkt das CK net soweit ist und seitdem callt man was einfaches? Irgendwie kommt es mir so vor, als wenn Oline in Kombination mit CK net so funktioniert wie man ees sich erdacht hat und man für den Fall wie es gekommen ist, keinen Plan B hat.
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: tuneman am Do, 18. Dez. ’14, 07:17
Der Abgang wird schön langsam immer konkreter:
http://www.nfl.com/news/story/0ap3000000445264/article/michigan-offers-jim-harbaugh-sixyear-48-million-contract (http://www.nfl.com/news/story/0ap3000000445264/article/michigan-offers-jim-harbaugh-sixyear-48-million-contract)
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: franco am Fr, 19. Dez. ’14, 09:22
Auch interessant dieser Artikel:
http://www.spox.com/de/sport/ussport/nfl/1412/News/san-francisco-49ers-crash-mit-ansage-krise-jim-harbaugh-michael-crabtree-vernon-davis-frank-gore-colin-kaepernick.html

Einige Dinge, die ich so gar nicht kannte bzw. wusste...

Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: AceT am Sa, 20. Dez. ’14, 18:00
Wehe wenn JH mit einem anderen Team den SB holt . . .
Titel: Re: Tim Kawakami (Mercury News): Die Harbaugh-49ers-Trennungsstory
Beitrag von: frontmode am Sa, 20. Dez. ’14, 18:01
Zitat von: AceT am Sa, 20. Dez. ’14, 18:00
Wehe wenn JH mit einem anderen Team den SB holt . . .

Das hieße immer noch nicht, dass er auch mit den 49ers gewonnen hätte ;).