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Titel: In-Depth: Rookie Mini-Camp: Notizen von Tag 1
Beitrag von: owl49er am So, 12. Mai. ’13, 08:35
Wie formulierte es Jim Harbaugh auf Lawrence Okoye angesprochen so treffend: ,,Nun, alles startet mit Tag 1 und wir haben alle einen langen Weg vor uns."

Dies gilt sicherlich auch für die Teilnehmer des diesjährigen Rookie Mini-Camps, die sich an diesem Wochenende in Santa Clara vorstellen. Und auch wenn es noch ein wenig verfrüht sein mag, aus den ersten Schritten auf dem Trainingsgelände der 49ers Rückschlüsse für die Saison zu ziehen, haben die Beat Writer der San Francisco 49ers ganz genau hingeschaut und ihre Eindrücke in den diversen Blogs hinterlassen. Diese sollen Euch natürlich nicht vorenthalten werden:

Runningback Marcus Lattimore (Knie), Defensive Lineman Tank Carradine (Knie), Defensive Lineman Quinton Dial (Zeh) und Tackle Luke Marquardt (Fuß) fehlten verletzungsbedingt.

Undrafted Rookie H-Back MarQueis Gray trug sinnigerweise das Jersey mit der Nummer 46 – eben jenes des nach Tennessee abgewanderten Delanie Walker, den er nun bei den 49ers zu beerben hofft. Lt. Matt Maiocco sahen seine Routen schon ganz gut aus, so dass letztlich seine Blockingfähigkeiten ausschlaggebend sein werden. Gray spielte in Minnesota am College sowohl Quarterback als auch Wide Receiver.

Anthony Davis war ebenfalls zugegen – als Zaungast, um seinen Bruder André zu beobachten. Der jüngere Davis spielte an der Kentucky Christian Defensive Line, nimmt bei den 49ers aber an einem Tryout in der Offensive Line teil. Dreimal dürft Ihr raten auf welcher Position... Richtig, natürlich als Right Tackle.

B.J. Daniels und Tryout Nate Montana sind die einzige Quarterbacks des diesjährigen Mini-Camps. Kein Wunder, dass die beste Spirale während Tag 1 von Jim Harbaugh geworfen wurde. Maiocco beobachtete, dass Daniels einige eiernde Wurfversuche dabei hatte, während Montanas (Nate!) mittlere Pässe manchmal zu kurz waren.

Eric Reid machte einen guten Job und sah in der Deckung bei Eins-zu-Eins-Situationen sehr gut aus (Maiocco). Auch Matt Barrows ist der Meinung, dass Reid sehr athletisch und geschmeidig wirkt. So fing Reid beinahe einen auf Gray geworfenen Pass ab, als sich dieser auf einer ,,Crossing Route" befand. Er fühlte sich sofort an einen anderen LSU Safety erinnert: LaRon Landry.

Cornerback Darryl Morris (Texas State) hatte eine sehr gute Coverage Eins-gegen-Eins bei einer tiefen Route von Quinton Patton. Er fing zudem einen Pass von Montana ab. Eine weitere Interception gelang Cornerback Lowell Rose (Tulsa) nach einem abgefälschten Pass von Daniels.

Nach Meinung von Grant Cohn machte Tight End Vance McDonald den besten Eindruck an Tag 1. Er ließ zwar gleich einen Pass von Daniels durch seine Hände rutschen, fing danach aber alles, was in seine Richtung geworden wurde. Darunter auch der Catch des Tages, als er Eins-zu-Eins gegen Safety Michael Thomas bei einem unterworfenen Pass von Daniels stoppte, und hinter Thomas stehend über dessen Kopf hinweg ihm den Ball noch aus den Händen schnappte. Später schüttelte er Reid bei einer ,,Seam Route" mit einer schönen Doppelbewegung ab.

Linebacker Nick Moody machte einen guten Job in der Deckung (Maiocco) und scheint es besonders als Special Teamer auf das Roster schaffen zu wollen.

Wide Receiver Quinton Patton hatte als Possession Receiver und Punt Returner seine guten Momente. Grant Cohn war besonders von seinen explosiven Richtungswechseln angetan. Was aber noch gar nicht klappte, waren die tiefen Routen. Er ging drei Mal ,,tief" und jedes Mal hatte der Verteidiger keine Probleme, mit ihm mitzuhalten. Wie erwartet war er dennoch der herausragende Receiver an Tag 1 (Matt Barrows).

Diverse Spieler wurden als Punt Returner getestet, u.a. Wilson, Patton und Daniels. Maiocco meint allerdings, dass Brandon Carswell (USC) den besten Eindruck hinterließ. Carswell war letztes Jahr im Camp der Oakland Raiders und nimmt nun bei den 49ers als Tryout am Mini-Camp teil. Er fing mühelos jeden Punt und sicherte die Bälle sogar mit einer Hand: nach ein paar Runden mussten die Kandidaten mit einem Ball unter dem Arm die Punts einhändig fangen. Zumindest Patton hatte seine Probleme mit den einhändigen Fangversuchen. Daniels ließ die ersten beiden Punts fallen, machte danach aber einen sicheren Job als Returner.

Long Snapper Kevin McDermott (UCLA) hatte einen guten Tag. Maiocco zitiert hierzu Jim Harbaugh: ,,Er befindet sich in einem Wettbewerb mit dem großartigen Brian Jennings. Er ist ein exzellenter Kandidat (für diesen Job) und er hat das Recht und die Gelegenheit auf einen Platz in diesem Team." Bei einigen Fieldgoals stand allerdings McDonald als Long Snapper auf dem Feld – und machte laut Barrows ebenso einen sehr guten Job.

Daniels hatte einige schwierige Momente, als z.B. seine drei Passversuche bei Elf-gegen-Elf allesamt nicht an den Mann kamen. Zudem offenbarten sich bei Eins-gegen-Eins und Sieben-gegen-Sieben Schwächen mit der Genauigkeit – bei den kurzen Routen kamen die Pässe zu kurz bzw. warf er dem Receiver in den Rücken, während er auf der mittleren und langen Distanz seine Ziele überwarf.  Auf der anderen Seite kamen einige Pässe mit viel ,,Zip" und wiederum sehr zielgenau. Vermutlich wird sich mit der Zeit herausstellen, ob er nur einen schlechten Tag hatte (Cohn). Dafür machte Daniels als Returner bzw. Running Back mit dem Ball in der Hand seinen sehr ,,natürlichen" Eindruck (Barrows).

Und dann ist da ja noch unser britischer Olympiateilnehmer: Lawrence Okoye beeindruckte alle mit seiner unglaublichen Physis und Athletik. Wenn es im Football darauf ankäme, einen Medizinball in den Orbit zu werden, wäre Okoye vermutlich ein zukünfiger ProBowler (Maiocco). So schleuderte er einen Medizinball doppelt so weit wie jeder andere hinter sich. Auf dem Feld wurde er als Defensive End eingesetzt und naturgemäß von Jim Tomsula intensiv gecoacht.
Zudem sorgte er zum Trainingsende für das Highlight des Tages:
Beim ,,Box Jump"-Drill wurden die Spieler aufgefordert, auf eine ungefähr einen Meter hohe Box zu hüpfen und von dort sofort mit dem Allerwertesten zuerst auf eine Hochspringermatratze weiterzuspringen. Die Höhe, die der ca. 140kg schwere Okoye dabei erreichte konnte Barrows nur als ,,irrsinnig" beschreiben. Obwohl Tomsula zunächst nicht besonders zufrieden war. Nach dem zweiten Versuch - einem ,,Hüpfer" - spornte er ihn mit den Worten an: ,,Du bist ein Olympionike. Das kannst Du besser! Justin Smith schafft sechs Fuß mit seinem zweiten Sprung." Dermaßen angestachelt blieb Okoye nichts anderes übrig als beim nächsten Versuch eben sieben Fuß hinzulegen. Woraufhin Tomsula nur noch erwidern konnte: ,,Das ist es, wofür wir (Dich) bezahlen!"

Quellen:
Matt Maiocco, csnbayarea.com, 10. Mai.
Grant Cohn, pressdemocrat.com, 10. Mai.
Matt Barrows, sacbee.com Blog, 10. Mai.
Titel: Re: Rookie Mini-Camp: Notizen von Tag 1
Beitrag von: igor am So, 12. Mai. ’13, 20:02
Endlich geht's wieder los auf dem Platz, toll!  Vielen Dank für den schönen Artikel!
Titel: Re: Rookie Mini-Camp: Notizen von Tag 1
Beitrag von: wizard49er am Mo, 13. Mai. ’13, 15:32
Sehr schön, als ob man live dabei war.