49ers-CEO Jed York hat angesichts der Suspendierung und Entlassung von Ravens-Running-Back Ray Rice erstmals zu den Vorwürfen gegen 49ers-Defensive-End Ray McDonald Stellung genommen - und die Entscheidung seines Front Offices verteidigt, McDonald in Dallas spielen zu lassen, obwohl er zuvor wegen angeblicher häuslicher Gewalt gegen seine schwangere Freundin verhaftet worden war. McDonald's Einsatz war von einigen Seiten kritisiert worden, auch von 49ers-Ex-Quarterback Steve Young.
"Ray McDonald ist nicht Ray Rice", sagte York am Dienstag in einem Radiointerview, "und ich glaube, wir müssen sehr vorsichtig sein, damit wir jetzt nicht jemanden bestrafen, dessen Situation anders ist". York weiter: "Und wenn mein Ruf jetzt attackiert wird, dann kann ich damit leben. Mein Grundsatz ist, dass ich niemanden bestrafen werden, solange ich nicht den Nachweis dafür habe, dass das getan werden sollte. Nicht bevor uns ein rechtlicher Prozess, eine Polizeiuntersuchung etwas Verwertbares zeigt".
Quelle: Matt Maiocco, 9.9.
Das erklärt aber nicht wirklich, warum man ihn nicht einfach suspendiert, aber weiter bezahlt, genau so wie Aldon Smith während seiner Reha in der letzten Saison.
Zitat von: zugschef am Di, 9. Sep. ’14, 18:49
Das erklärt aber nicht wirklich, warum man ihn nicht einfach suspendiert, aber weiter bezahlt, genau so wie Aldon Smith während seiner Reha in der letzten Saison.
Natürlich erklärt es das...
Er sagt doch er bestraft niemanden ohne Beweis bzw. Verureilung. Ich denke auch das Verbot Football zu spielen, kann eine Strafe sein. Muss sich ja nicht immer alles um Geld drehen!
Ich verstehe nicht, warum man sich nochmals dazu positioniert. Die Position ist wie von Beginn an, warum also noch mal darauf eingehen und dann noch einen Spieler direkt vergleichen.
Heißt es nicht, dass man so lange unschuldig ist bis einem das Gegenteil bewiesen wurde?
Zitat von: xSkywalkerx am Di, 9. Sep. ’14, 22:41
Heißt es nicht, dass man so lange unschuldig ist bis einem das Gegenteil bewiesen wurde?
Juristisch auf jeden Fall - aber wie man sieht, endet nicht alles vor einem Gericht. Juristisch ist auch Rice unschuldig.
Weil das Ganze auch in einer Grauzone oder in Diskussionen, wie viel weniger verwerflich ist McDonalds Tat gegenüber Rice', enden kann, hätte ich als Team EIN Statement veröffentlich und dann "due process" abgewartet - und bei Nachfrage nur auf das Statement verwiesen.
Wie übel sehen die Ravens jetzt aus mit ihren ganzen Beteuerungen.
Zitat von: xSkywalkerx am Di, 9. Sep. ’14, 22:41
Heißt es nicht, dass man so lange unschuldig ist bis einem das Gegenteil bewiesen wurde?
Das stimmt natürlich und als Niners-Fan möchte ich nur zu gerne an seine Unschuld glauben. Aber es spricht schon einiges dafür, dass da etwas Unschönes vorgefallen ist - auch wenn's vermutlich keinen "Videobeweis" gibt wie bei Ray Rice...
Wirklich ein Jammer, dass in der NFL so oft über derartige Vorfälle diskutiert werden muss.
Zitat von: frontmode am Di, 9. Sep. ’14, 21:03
Ich verstehe nicht, warum man sich nochmals dazu positioniert. Die Position ist wie von Beginn an, warum also noch mal darauf eingehen und dann noch einen Spieler direkt vergleichen.
Glaube liegt am Ray Rice Video
Zitat von: Soyapango am Di, 9. Sep. ’14, 23:14
Wirklich ein Jammer, dass in der NFL so oft über derartige Vorfälle diskutiert werden muss.
Mich würde mal eine Statistik interessieren, ob dies wirklich signifikant höher (oder vielleicht sogar weniger) ist, als "normalerweise" bei einer vergleichbaren Stichprobe (soziales Umfeld, Ausbildung etc. betreffend).
Wäre sicherlich eine wissenschaftliche Ausarbeitung wert. Es handelt sich in der NFL um mindestens 1600 Spieler, die tagtäglich im Rampenlicht stehen - bei denen also einige Vorfälle ans Licht kommen, die in einer normalen Stadt vielleicht gar nicht erst publik würden.
Nachtrag:
Auf die schnelle habe ich dazu diesen Bericht (http://www.bbc.com/news/magazine-23179125)gefunden.
Zitat"The NFL arrest rate for active players is around one in 47 but in the general population the arrest rate is actually double that, it's about one in 25. It's a surprise. It seems like you hear about an NFL arrest every week but it turns out they're still better behaved than regular society."
Interessant. Frauen werden übrigens 1:46 verhaftet, also auch häufiger als NFL Spieler.
Man sollte das mal nach Gehaltsklasse auswerten oder nach Art des Vergehens. Unter Millionären dürfte die Rate durchaus zu Lasten der Spieler gehen.
Zitat von: frontmode am Mi, 10. Sep. ’14, 09:03
Man sollte das mal nach Gehaltsklasse auswerten oder nach Art des Vergehens. Unter Millionären dürfte die Rate durchaus zu Lasten der Spieler gehen.
Du willst also behaupten, dass Menschen mit viel Geld gesetzestreuer und weniger gewalttätig sind, als arme Menschen?
Ja, auch diese Sichtweise wird in dem Artikel angesprochen (sogar noch ergänzt um die normalerweise wesentlich komfortablere und sicherere Wohngegend von NFL-Stars) ;)
Es fehlt halt leider an verlässlichem Zahlenmaterial. Falls also noch jemand ein Thema für seine nächste Statistikarbeit sucht ::)
Festhalten kann man aber schon, dass generell gesehen in NFL-Kreisen nicht mehr Vorfälle passieren als in der normalen Gesellschaft auch, die Wahrnehmung aber eine ganz andere ist.
Dies soll nun nicht heißen, dass ich es bagatellisieren möchte - ganz im Gegenteil für mich sollten sich die Spieler wie Vorbilder und privilegiert fühlen und auch dementsprechend handeln. Jedes Verbrechen ist mir eines zu viel.
Zitat von: zugschef am Mi, 10. Sep. ’14, 09:15
Zitat von: frontmode am Mi, 10. Sep. ’14, 09:03
Man sollte das mal nach Gehaltsklasse auswerten oder nach Art des Vergehens. Unter Millionären dürfte die Rate durchaus zu Lasten der Spieler gehen.
Du willst also behaupten, dass Menschen mit viel Geld gesetzestreuer und weniger gewalttätig sind, als arme Menschen?
Es sind sicher anders verteilte Delikte und bestimmte Dinge fallen in der Gruppe weg (z.B. Beschaffungskriminalität), die die Veraftungsstatistik zu ungunsten der ärmern Schichten verändern dürfte (ist natürlich nur eine Vermutung).
Hab schon vor einiger Zeit nach Statistiken gesucht, aber jetzt finde ich sie nicht mehr.
Folgender Bericht spricht von einer höheren Rate bei NFL-Profis:
http://www.albatros-navigation.ch/us-sportler-mit-aller-gewalt/
Aber auf der folgenden Seite liest man differnzierter:
http://www.gopusa.com/freshink/2013/06/29/criminals-in-the-nfl/
Fbi- Statistiken würden zeigen, dass es zu weniger Verhaftungen mit NFL-Spielern kommt im Vergleich zur übrigen Bevölkerung. Jeff Benedict (Autor des Buches: Pros and Cons, The Criminals Who Play In The NFL) wirft aber ein, dass die NFL- Spieler überwiegend vom College kommen, viel Geld verdienen und [jetzt] in sicheren und guter Nachbraschaft leben würden. Wenn man dies in Rechenschaft zieht, verwundert es doch, dass so viele von ihnen kriminell werden.
Es gibt eine neue Entwicklung in dem Fall. Es gab bereits im Frühjahr einen Zwischenfall im Hause McDonald der dazu führte, dass seine Partnerin sich im Zuge des Streits seine Waffe gegriffen hat.
Hier hatte er wohl aber gedroht, die Polizei zu rufen. Mal sehen, was noch so ans Licht kommt.