Hier geht es zu Teil eins (https://49ersfanzone.net/fanzone/49ers-commentary-zone/es-ist-nicht-alles-gould-was-glanzt-teil-1/)und zwei (https://49ersfanzone.net/fanzone/49ers-commentary-zone/es-ist-nicht-alles-gould-was-glanzt-teil-2/l)
Die vielleicht am meisten auf dem Prüfstand gestandene Entscheidung der Offseason war aber eine andere: obwohl im letzten Draft offensichtlich der Quarterback der Zukunft geholt wurde, haben Lynch und Shanahan sich auf Jimmy Garoppolo als Spielmacher festgelegt. Der Head Coach hat auch nach der zweiten Niederlage gegen die Cardinals Garoppolo das Vertrauen ausgesprochen und sich von seiner zuvor angedachten Zwei-Quarterback-Strategie gelöst. Ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, dass Shanahan in dieser Saison einige Spiele gecallt hat, die alles andere als ,,um Jimmy herum callen" waren. Der erste Sieg gegen die Rams wäre nicht zu Stande gekommen, wenn er nicht in vielen wichtigen und langen dritten Versuchen ,,clutch" gewesen wäre.
Das Resultat: der sicherlich fast nie fehlerfreie und im seltensten Fall ein Highlightplay nach dem anderen anreihende Jimmy G. hat als Leader das Team ins zweite Championship Game der letzten 24 Monate geführt. Als es drauf ankam (z.B. im Spiel in Woche 18 oder letzte Woche gegen Green Bay) hat er ,,geliefert". Momentan fragen sich außerhalb San Franciscos viele, wie die Niners trotz Jimmy Garoppolo so weit kommen konnten.
Die Antworten geben die Spieler auf und neben dem Feld: sie orientieren sich an ihrem Leader, der offensichtlich niemals seine Zuversicht verliert und meistens mit dem Rücken zur Wand erst Recht aufdreht. Hier zeigt sich der vielleicht entscheidende Aspekt für den Erfolg der Niners: das Team hat einen unglaublichen Zusammenhalt!
Haben wir uns verständlicherweise in der ersten Saisonhälfte gefragt, ob das Roster falsch – vor allem zu brav, zu ähnlich - zusammengestellt sei – ist nun deutlich zu erkennen, dass der Fokus der Verantwortlichen bei der Spielerauswahl nicht verkehrt sein kann. Man sucht im Team vergeblich Stinkstiefel, stattdessen präsentiert sich das Teams als Einheit. Anstelle sich in der Niederlagenserie negativ zu äußern, hörte man von Spielern wie George Kittle ,,Wir müssen die Plays besser ausführen" oder Nick Bosa ,,Wir haben es verbockt". Das Team hat zumindest öffentlich keine Ausreden gesucht sondern immer an seine Wettbewerbsfähigkeit geglaubt. Dieser Glaube versetzt Berge.
Und wer ist für all dieses auch verantwortlich? Im Schlechten wie im Guten fällt es auf den Head Coach ab. Was sicherlich deutlich geworden ist: dies ist Shanahans Team. Nicht jedes andere Team hätte bei 3-5 noch die Kurve bekommen. Wie z.B. von Martin letzte Woche im Webradio richtig gesagt wurde, bekommt man mit Shanahans Art ,,Gutes" und zwangsläufig auch ,,Schlechtes". Aber ist es nicht immer so im Leben, dass die Stärken eines Menschen in der ein oder anderen Situation auch dessen Schwächen sein könnten?
Er scheint in meinen Augen als Head Coach gereift. Die Anzahl der Entscheidungen, über die durchaus der Kopf geschüttelt werden darf, hat gefühlt abgenommen. Zudem sind wie bereits ausgeführt die im Laufe der Saison getroffenen personellen Maßnahmen (Aiyuk zuerst zu limitieren, Charlie Woerner für Ross Dwelley, Ambry Thomas als zweitere Cornerback, den niedriger gedrafteten Runningback zur ,,Bell Cow" zu bestimmen, Deebo Samuel mehr in das Laufspiel einzubinden) aufgegangen.
Leider geht sein Playcalling nicht in jedem Spiel und bei jedem Play auf. Aber bei wem ist es so? Selbst die Chiefs oder Bills haben Broken Plays dabei. Doch habt ihr mal darauf geachtet wie häufig bei Passplays mindestens ein Receiver frei oder mit einem schnellen Release über die Mitte als Target gut zu treffen ist? Ich finde es schon sehr bemerkenswert. Auch zu Beginn der Partie gegen die Packers waren die Receiver ,,meilenweit" frei, nur leider kamen die Pässe nicht an.
Da sind wir vielleicht auch beim Problem der Shanahan - aber auch fast jeder Offense: das erste First Down in einem Drive ist entscheidend, um ins Rollen zu kommen. Wenn dieses geschafft ist, sind fast schon Punkte vorprogrammiert. Vor allem in dieser Saison, wo sich die Niners zur Nummer-Eins-Redzone-Offense gemausert haben (von 47% in 2016 auf 68% 2021; nur Regular Season) – ein Trend der in den Playoffs nachgelassen hat und dringend wieder aufgenommen werden muss.
Offensichtlich hat sich also (doch) auch Shanahan entwickelt – und dies, obwohl seine Art der Offense immer mehr Einzug in der NFL hält. Signifikant verändert hat sich auch die Länge der Pässe: wer hätte nach den letzten Jahren gedacht, dass Jimmy Garoppolo (fast) die Liga in Yards/Attempt anführt. Dass unser Coach durchaus lernfähig ist, hat er auch am Sonntag gezeigt. Bei 3rd&7 an der 38 der Packers hat er sich an das Spiel aus Woche Drei erinnert. Während er in der Regular Season noch einen Pass callte, wollte er diesmal Aaron Rodgers keine Zeit mehr auf der Uhr lassen und wählte nach seiner Auszeit einen Lauf.
Beides brachte übrigens ein First Down, aber nur die Entscheidung letzte Woche den Sieg.
Natürlich ist es nicht nur, und vielleicht auch nicht in erster Linie die Offense die bei den 49ers glänzt. Die Entscheidung, einen Rookie die Verantwortung als Defensive Coordinator zu geben, macht sich mehr als bezahlt. Während zu Saisonbeginn DeMeco Ryans noch verständliche Fehler zugestanden werden mussten, hat er noch im Laufe der Saison eine Top-Defense geformt. Nachdem die Highfire-Offense der Cowboys degradiert wurde, konnte sich nun auch der designierte SuperBowl-Champion mit dem Super-MVP nur die Zähne ausbeißen. Ryans hat sich mit einer unglaublich steilen Lernkurve einen Namen in der Liga gemacht.
Sollte Ryans und/oder vielleicht sogar auch Mike McDaniel nächste Saison woanders als Head Coach anheuern, wäre dies ein weiteres starkes Zeichen ,,pro" den Leader Shanahan. Einige seiner Weggefährten sind schon als Head Coaches unterwegs und er sollte daher auch in der Lage sein, weitere fähige Coaches zu entdecken bzw. zu den Niners zu locken. Mit Kris Kocurek haben wir für die D-Line einen weiteren Meister seines Fachs in den eigenen Reihen.
Apropos ,,fähig": neben dem Defensive Backfield ist die Offensive Line der Mannschaftsteil der 49ers, der insbesondere in Pregame-Analysen gerne als Schwachpunkt dargestellt wird. Vor dem Spiel gegen die Cowboys wurden die Linien der Playoffkontrahenten verglichen. Die bisherige Saisonperformance ließ erwarten, dass Dallas in beiden Bereichen den Niners knapp überlegen sei.
Doch wie sah die Realität aus? Die vielgescholtene O-Line der Niners ließ keinen Sack und gerade einmal sechs Pressures und nur zwei Hurries zu (lt. Pro-Football-Reference). Micah Parsons kam übrigens kein einziges Mal in die Nähe von Garoppolo(!). Auch gegen die Rams wird Jimmy normalerweise gut geschützt - unterstützt durch ein cleveres Playcalling...
Also: es gibt neben Robbie Gould noch viele andere Dinge zu entdecken, die momentan bei den 49ers glänzen. Daher lasst Euch ja nicht einreden, dass wir zu Unrecht im CCG stehen – Go Niners!
Und wenn dann auch noch der Plan mit Trey Lance aufgeht...
Quell der eigenen Glückseligkeit, dass unser Team noch die Kurve bekommen hat. Ein saugutes Gefühl - meilenweit besser als die Niedergeschlagenheit insbesondere im Oktober zu Nikolaus und Weihnachten; das bitte noch lange anhält
Hast du ganz toll geschrieben. Da gehe ich bei eigentlich allem mit.
Danke für diese wohltuende Analyse.
Das der eine oder andere emotionale Fan am System Lynch/ Shanahan gern mal Kritik übt, kann ich natürlich nachvollziehen. Allerdings sollte man immer bedenken, dass auch 31 andereTeams in der NFL alles geben, um Erfolg zu haben und dementsprechend Strategien entwickeln.
Umso höher ist es einzuschätzen, dass die 9ers in 3 Jahren jetzt zum 2. Mal im CCG stehen. Ich glaube, ein sehr großer Teil der NFL Franchises und deren Fans wären mehr als zufrieden damit.
Natürlich muss der Gewinn der 6.VLT das große Ziel sein und daran werden letztendlich auch Lynch und Shanahan gemessen. Aber jeder von uns, sollte bei aller Emotionalität, auch ein wenig realistisch bleiben.
In diesem Sinne Go 9ers :champ: :champ: :champ: :champ: :champ: :champ:
Wau, da hast du aber 3 Teile ausgepackt. Respekt. Bei 90 % bin ich dabei und wenn wir den Super Bowl gewinnen, dann bei 100% ;D
Was man halt so macht, wenn der nächste Gameday nicht schnell genug kommen kann. ::)
Auf jeden Fall DANKE für die Mühe !
Ist auch gut und schön zu lesen :10:
Super Text, gibt so manche Stellen die mich an mich selbst erinnern, was habe ich über manche Dinge geflucht. Vielleicht sollte man manche Dinger wirklich überdenken ;)
Zitat von: reagan - The Left Hand am Fr, 28. Jan. ’22, 10:56
Wau, da hast du aber 3 Teile ausgepackt. Respekt. Bei 90 % bin ich dabei und wenn wir den Super Bowl gewinnen, dann bei 100% ;D
Wollt grad schreiben - wenn alles zutrifft - sollte der SB heuer "nach Hause" zu den Rot-Goldenen kommen!
Starker Text, war für eine Mühe, Respekt! :respekt: :10:
Inhaltlich sogar noch besser! ;)
Auf keinen Fall sind wir zu Unrecht, wo wir sind. Wir haben Schwächen, wie jedes andere Team auch, aber wir haben die unschätzbar wichtige Qualität (im Laufe der Saison gefunden), uns durchzubeißen, egal, wie die Umstände oder der Spielverlauf ist. Das überdeckt die ein oder andere Schwäche und kann eine Mannschaft weit tragen. Vielleicht ja sogar zum Titel 8)
Sagen wir mal so: bisher sind 28 Teams an ihren Schwächen (oder unserer Stärken ;) ) irgendwann gescheitert..
Danke Udo...sehr erfrischend. Damit wird bei mir viel Vorfreude, auf das vllt noch kommt, geweckt.
greetz Frank
Vielen Dank! Klasse!
Jetzt die Lambs ruhigstellen am Sonntag!
Herzlichen Dank für Deine Mühe, ganz große Klasse!
Go Niners, beat the Rams!
Hut ab!!!Toller Artikel den jeder mal in Ruhe lesen sollte.
Vielleicht verstehet dann er eine oder andere wie eine erfolgreiche Franchise geführt werden sollte.
Alles mit viel Weitsicht und ohne schnellen Aktionismus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
:)
Erstmal vielen Dank für diesen sehr gut recherchierten und geschrieben Dreierpack! :thumbup: Es gibt sehr, sehr viel, mit dem ich absolut mitgehe.
Einen kleinen Tropen Wasser muss ich aber dennoch in den Wein kippen. *sorry* Nur zur Sicherheit vorab: Ich finde die Leistung von Armstead diese Saison wirklich gut. Hatte bereits vor etlichen Wochen darauf verwiesen, dass Armstead besser spielt als sein Ruf /zu der Zeit), da seine Wirkung sich nicht in den üblichen Stats (Sacks etc.) messen ließ.
Ich habe seinerzeit, beim Draft von Armstead, ziemlich über den Pick geflucht. Für mich hatte er enormes Bust-Potenzial. Wir reden bei Armstead über einen Erstrundenpick, der in seinem siebten (!) Jahr ist! Die ersten drei Jahre waren, nun ja, eher durchwachsen. Seit 2018 hat Armstead dann kein Spiel verpasst. In der Saison war eine Steigerung da. So richtig überzeugend war aus meiner Sicht aber dann erst die Saison 2019, an der Seite von Buckner. Das Jahr spielte er mit der Fifth Year Option. Danach bekam er einen dicken Vertrag, und Buckner wurde getradet. Letztlich war 2020 wieder ein etwas schwächeres Jahr für ihn. Diese Saison war er schon zu Beginn nicht schlecht, hat seine Wirkung aber erst richtig entfalten können, seit er auf DT spielt. Seitdem aber ist er bärenstark!
Um das nochmals (!) klar zum Ausdruck zu bringen: Dass Armstead bei den Niners spielt, ist diese Saison wirklich wichtig, und ich freue mich, dass er da ist! Ist das aber das, was ihr alle hier von einem Erstrundenpick wollt? Zwei starke Jahre, zwei gute Jahre, und all das erst nach den ersten drei Jahren? Und komme mir niemand damit, dass das von Anfang an der Plan war, Armstead ganz, ganz behutsam bis zum heutigen Niveau aufzubauen. ;) :cheers:
Der falsche Spieler für die falsche Position zur falschen Zeit. Das sehe ich auch für S.Thomas so. Man hat aus bestimmten 1st Round Picks zu wenig gemacht. Ist halt wie es ist. Man kann sich auch fragen wie diese Defense seit 2019 ohne Bosa sein würde. ;)
Na, da gibt es aber hunderte Firstrounder, die weniger geliefert haben.
Außerdem: es war von Anfang an der Plan Armstead ganz, ganz behutsam bis zum heutigen Niveau aufzubauen ;D ;D
Er hat ja nun noch viiiiele gute Jahre vor sich :winkgrin:
Zitat von: snoopy am Fr, 28. Jan. ’22, 20:04
Na, da gibt es aber hunderte Firstrounder, die weniger geliefert haben.
Richtig. Aber ich denke, wir alle erwarten uns vom einem Erstrundenpick doch noch etwas mehr, oder? ???
ZitatAußerdem: es war von Anfang an der Plan Armstead ganz, ganz behutsam bis zum heutigen Niveau aufzubauen ;D ;D
Warum nur wusste ich, dass das von dir kommen wird? ;D :cheers:
Guter Punkt, Reiner - natürlich war es nicht der Plan, ihn behutsam aufzubauen und erst in der fünften Saison durchstarten zu lassen. Ich finde es aber in dieser Saison nicht angebracht, Buckner nachzutrauern. Sie haben Arik Armstead vertraut, sind sicherlich auch das Risiko eingegangen, dass er etwas schwächer als Buckner ist und werden mit Leistung belohnt.
Aber ich behaupte, dass über 60% der Firstrounder nach sieben Jahren entweder nicht mehr in der Liga sind bzw. keine fünf Jahre als Starter auf dem Buckel haben (werde ich gleich mal ab 2010 recherchieren).
Danke für Euer Feedback! :) Freut mich, wenn Euch das Lesen Spaß gemacht hat.
Ich glaube es war irgendwann Montag, als mir das Sprichwort "es ist nicht alles Gold was glänzt" durch den Kopf schoss. Schließlich haben die Niners im Moment noch viel mehr zu bieten. Also dachte ich mir: da kannste doch was draus machen. ;D
Als ich dann Dienstag mit Schreiben anfing, dachte ich mir: lass Dir mal Zeit und veröffentliche es erst nach dem Webradio (damit ich nicht aus Versehen Inhalte vorwegnehme).
Zitat von: owl49er am Fr, 28. Jan. ’22, 20:44
Guter Punkt, Reiner - natürlich war es nicht der Plan, ihn behutsam aufzubauen und erst in der fünften Saison durchstarten zu lassen. Ich finde es aber in dieser Saison nicht angebracht, Buckner nachzutrauern. Sie haben Arik Armstead vertraut, sind sicherlich auch das Risiko eingegangen, dass er etwas schwächer als Buckner ist und werden mit Leistung belohnt.
Ich trauere Buckner nicht nach (na ja, ein bisschen, aber Armstead lindert den Schmerz doch deutlich). Armstead zu vertrauen und ihm einen zweiten Vertrag zu geben, war jedenfalls die richtige Entscheidung.
Zitat
Aber ich behaupte, dass über 60% der Firstrounder nach sieben Jahren entweder nicht mehr in der Liga sind bzw. keine fünf Jahre als Starter auf dem Buckel haben (werde ich gleich mal ab 2010 recherchieren).
Das ist doch gar nicht die Frage. Es ist eher die Erwartung, die Hoffnung, die man bei einem Erstrundenpick hat. Und da hätte ich schon gerne mehr, bzw. das, was er jetzt leistet, früher. Dass das recht oft nicht erfüllt wird, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn man das weiter spinnen möchte, müsste man noch weiter ausholen. Die Niners haben von 15 auf 17 nach hinten getradet, um dann Armstead zu nehmen. An 15 haben die Chargers Melvin Gordon genommen. Die Niners haben mit den weiteren Picks, die sie beim Trade bekommen haben, TE Blake Bell geholt (2015) und Ronald Blair (2016). War das besser, als "nur" Gordon oder z.B. Marcus Peters zu nehmen, der 2015 an #16 weg ging? :noidea:
Letztlich ist es aber, wie es ist. Ändern können wir das ja nicht mehr. Dass Armstead jetzt da ist, ist gut so; sehr gut sogar. Von einem Erstrundenpick werde ich mir aber auch weiterhin im ersten, zweiten und dritten Jahr mehr erwarten, als das bei ihm der Fall war und ist. ;) :cheers:
Ich sagte ja, guter Punkt :cheers:
Aber ich finde die Frage auch sehr spannend: Martin sagt ja nicht zu Unrecht, dass ein Spieler in den ersten beiden Runden möglichst sofort Impact haben sollte (nenne ihn hier nur, weil ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte). Das hatten Gordon und Peters im Gegensatz zu Armstead. Und das ist es auch, was wir uns wünschen. Trotzdem kann man auch froh sein, wenn ein Spieler in seinem siebten Jahr noch so einen Impact hat. (was Du ja auch nie bestritten hast)
Und eigentlich habe ich ihn auch vor allem deshalb herausgehoben, da ich finde, dass er in den letzten Wochen so viele wichtige Big Plays gemacht hat - die dann von anderen Aktionen noch überstrahlt wurden und deshalb fast schon untergegangen sind: im Divisional hatte er den Sack vor dem Fieldgoal bei 3rd&Goal und den Sack unmittelbar vor dem geblockten Punt.
Und er hat etwas für die 49ers sehr wichtiges. Eine konstante Gesundheit.
Auch von mir danke für den tollen Text! Ich stimme Dir in fast allem zu! Ich glaube aber KS hat diese Saison auch einfach Glück gehabt, dass das Team klickte und vor allem gesunder wurde. Das ist auch der Verdienst des HC, wenn das Team eine Einheit ist, ganz klar. Aber Du brauchst auch die Spieler dafür, und da glaube ich nicht an einen Masterplan, sondern man hatte das glück, dass die Zahnräder griffen. Deebo zum beispiel, den nannte man ja nicht umsonst Deebo nach dem Bösewicht (wer weiß, wie er wirklich heisst?), der hätte auch die Bodenhaftung verlieren können mit dem Erfolg, aber er blieb am Boden.
KS hat schon auch massive Fehler gemacht auch in dieser Saison, aber ja, er ist ganz offenbar gereift und setzt sein Talent wirkungsvoller ein. Ich finde JG super und unterschätzt (nämlich was die Wirkung seiner sagenhaften Leadership angeht) - und kann es nicht erwarten, zu sehen was mit TL geht.
Der Burner ist für mich Lynch - der hat keine lächerlichen Baalke-Aktionen nötig und bei der Draft trifft er deutlich öfter auf Gold als auf kacke.
My take 😉
Sicherlich hatte er Glück - das braucht jeder im Sport. Und da bin ich mir sogar sicher, dass dieser Anteil - umso höher die Leistungsdichte ist - größer ist als die meisten glauben. Das einzige was Du dafür machen kannst: arbeiten, arbeiten und noch mehr arbeiten...
Ich würde das Glück aber nicht darauf konzentrieren, dass "das Team klickte" sondern eher das sog. "Spielglück" (falls Du dieses meinst, ist das Folgende obsolet).
Da bin ich schon der Meinung, dass die Puzzlestücke für den Erfolg da waren (gerne geben wir Lynch den Hautverdienst) und Kyle (auch wenn er es selbst anders sieht) sein Team in die Positionen bringt, Spiele gewinnen zu können.
Was mich vor allem wundert: Du meinst, dass er sein Team ohne Plan zusammenstellt und die Personalentscheidungen (so er sie denn mitfällt) aus dem Bauch trifft?
Früher nannte man Glück ,,Bayerndusel" ;)
Im Ernst: du musst Glück z.B. auch bezüglich Gesundheit/Verletzungen haben. Dieses Jahr können wir uns nicht beschweren. Vlt. greifen da nun ein paar Rädchen, die in den Seuchenjahren nicht greifen konnten.
Was aber klar ist: bei Verpflichtungen wird schon auch auf den Charakter geachtet. Wir sehen gerade, dass sich das auch auszahlt.
Zitat von: owl49er am Fr, 28. Jan. ’22, 23:27
Was mich vor allem wundert: Du meinst, dass er sein Team ohne Plan zusammenstellt und die Personalentscheidungen (so er sie denn mitfällt) aus dem Bauch trifft?
Nein, das meine ich nicht. Ich glaube, dass man sich einen bestimmten Typus von Spielern sogar sehr bewusst und systematisch gesucht hat. Nur, ob die dann auch so sind und bleiben, wie man es erhofft, ist eine andere Sache. Und nicht jeder versteht sich mit jedem, es kann Grüppchenbildung geben im schlechten sinn oder auch nicht, es kann Neid und Missgunst geben. Wenn ein Team so eng zusammenhält wie offenbar derzeit bei den Niners- dazu braucht es auch Glück.
d
Was in diesem Zusammenhang bei mir im Gedächtnis bleiben wird: BU-Oliner, die wie kleine Jungs an der sideline vor Freude hüpfen. prizeless!
Toller Beitrag bzw. Beiträge :champ: :10: danke dafür.
Einige der Ausführungen beschreiben eigentlich gut ein in vielen Bereichen festzustellende Phänomen. Ich hab das auch in einem Beitrag schon geschrieben. Mich stört echt dieses schwarz weiß denken, diese extreme high and lows. Ich habe mich definitiv auch dieses Jahr über viele Dinge geärgert und genauso über einiges gefreut.
Ich wünschte mir aber in beiden Fällen gäbe es nicht diese schon fast überall festzustellenden Tendenzen den Stab über alle zu brechen oder völlig abzuheben. Dazwischen scheint es manchmal wenig zu geben. Das ist bei weitem nicht exclusiv bei uns im Forum so. Gerade die Berichterstattung macht es vor. Man brauch nur die Noten des Herrn C. Und dessen Ausführungen dazu lesen.
Klingt vielleicht doof aber ich wünschte mir gerade als Fan einer Mannschaft auch die Bereitschaft nachsichtig zu sein und sich in die Situationen etwas besser reinversetzen zu können. Ich wüsste auch nicht, wenn aus eigenen Reihen Spieler insbesondere ein qb dauerhaft schlechtgeredet und niedergemacht wird, dass dies jemals geholfen hätte die Mannschaft erfolgreicher und besser zu machen.
Ich habe großen Respekt wie viele der Jungs sich seit Jahren durch Umstände durchkämpfen, bei denen andere längst gescheitert wären. Auch dazu hab ich oft geschrieben und versucht aufmerksam zu machen.
Ich verstehe schon das in der Emotion auch mal was ungefiltert raus muss, auch ist Kritik wenn sie sachlich ist immer ok. Letztlich fiebern wir doch alle mit unserem Team mit und wünschen uns tolle Spiele mit maximalem Erfolg.
Es gibt hier so extrem gutes insiderwissen und wie man sieht wird sich mit dem Team und dem drumrum so tiefgreifend beschäftigt, dass gerade wir es besser wissen müssten. Wir sollten die Umstände und Gründe für Leistungseinbrüche und anderes besser nachvollziehen und objektiver bewerten können.
Und da wir letztlich anhand der Ergebnisse doch eher bestätigt wurden vertraut den Verantwortlichen und glaubt mit an den eingeschlagenen Weg. Die beste Begründung dafür steht in diesen drei tollen Beiträgen.
Und verdammt ans Team ... holt uns noch 2 Siege 💪💪💪
P.s. Sorry wenn's bischen wirr oder drüber geschrieben ist komm gerade vom Nachtdienst 😉
Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung.
Ich finde auch das die drafts von Lynch & Co schlechter gemacht wurden, als sie wirklich waren. Einzig der 17 er draft (trotz Jones und kittle) sowie die FA moves der ersten beiden Jahre waren teilweise sehr seltsam (wobei man das Roster auch erstmal auf links drehen musste).
Zu Armstead, bei seiner Bewertung muss man noch mit einfließen lassen das man die ersten beiden Jahre getrost ausklammern kann. Stunde 0 war die KS & JL Ära 17. Damals wurde gesagt es wird jeder auf den Prüfstand gestellt und geblieben sind aus der baalke drafts (bis heute) ward, Tartt, Armstead und Johnson (wobei dieser schon 10x entlassen wurde)
Zitat von: stig49 am Sa, 29. Jan. ’22, 06:29
Nein, das meine ich nicht. Ich glaube, dass man sich einen bestimmten Typus von Spielern sogar sehr bewusst und systematisch gesucht hat. Nur, ob die dann auch so sind und bleiben, wie man es erhofft, ist eine andere Sache. Und nicht jeder versteht sich mit jedem, es kann Grüppchenbildung geben im schlechten sinn oder auch nicht, es kann Neid und Missgunst geben. Wenn ein Team so eng zusammenhält wie offenbar derzeit bei den Niners- dazu braucht es auch Glück.
Das hast Du gut gesagt. Da ist natürlich etwas dran. Es gibt übrigens schon Deutungen, warum die Niners so eine verschworene Gemeinschaft sind (u.a. die Verbannung nach Arizone -> aber auch das muss man erst einmal wieder hinbekommen).
Zitat von: Goldrush am Sa, 29. Jan. ’22, 07:09
Klingt vielleicht doof aber ich wünschte mir gerade als Fan einer Mannschaft auch die Bereitschaft nachsichtig zu sein und sich in die Situationen etwas besser reinversetzen zu können. Ich wüsste auch nicht, wenn aus eigenen Reihen Spieler insbesondere ein qb dauerhaft schlechtgeredet und niedergemacht wird, dass dies jemals geholfen hätte die Mannschaft erfolgreicher und besser zu machen.
Du sprichst mir aus der Seele - ich sage immer, "jeder Fan hat den Verein, den er verdient".
Toller Betrag zur Einstimmung auf das CCG - vielen Dank für deine Mühe und Arbeit.
Sehr gut geschrieben und kurzweilig zu lesen :)
Kurze Anmerkung von mir:
Armstead wurde vor JL&KS gedraftet, somit sollte man nur ihre Entscheidung zur Verlängerung des Vertrags bei der Beurteilung der Beiden werten. Diese Entscheidung kann ich unter den damals gegebenen Bedingungen nachvollziehen und hat sich in der Retrospektive als gouldrichtig ( ;D ) erwiesen. AA spielt gut bis sehr gut und Ward ist ein wichtiger Leader des DB und der gesamten Defense.