Jetzt, wo Adam Peters weg ist, verpflichten die San Francisco 49ers plötzlich kosteneffiziente freie Spieler, was für sie neu ist.
Die 49ers haben in dieser Offseason den Kopf ihres Front Office verloren.
Nichts gegen John Lynch und Kyle Shanahan, die die Spieler auswählen, die Entscheidungen treffen und letztlich den Kader der 49ers zusammenstellen. Sie machen einen hervorragenden Job, aber sie haben keine Erfahrung im Personalwesen. Lynch war ein Spieler und ein TV-Mann, und Shanahan ist ein Trainer. Und bis zu diesem Jahr konnten sie sich immer auf den stellvertretenden General Manager Adam Peters verlassen, der Scout war und mehr als 15 Jahre Erfahrung im Personalbereich hat.
Jetzt ist Peters der General Manager der Washington Commanders, und in dieser Offseason war er äußerst aggressiv, als er hochpreisige Spieler wie Nick Allegretti, Tyler Biadasz, Austin Ekeler, Dorance Armstrong und Bobby Wagner verpflichtete. Wie zu sehen ist, verfügt Peters über ein umfassendes Wissen über Spieler aus der ganzen Liga. Er ist eine großartige Ressource für sein Team.
Es ist möglich, dass Peters zumindest teilweise für die großen Vertragsabschlüsse der 49ers wie Javon Hargrave und Charvarius Ward in den letzten Jahren verantwortlich war, denn das ist die Art von Verträgen, die er nun in Washington abschließt. Und das sind die Art von Verpflichtungen, die die 49ers in dieser Offseason nicht gemacht haben.
Jetzt, wo Peters weg ist, verpflichten die 49ers plötzlich kosteneffiziente Free Agents, was für sie neu ist. Außerdem haben die meisten Free Agents, die die 49ers unter Vertrag nehmen, eine direkte Verbindung zu einem Mitglied des Trainerstabs, was darauf hindeutet, dass die Trainer jetzt, da Peters weg ist, stärker in Personalentscheidungen eingebunden sind.
Coaches wollen immer mit Spielern arbeiten, die sie bereits kennen, was bedeutet, dass ihr Personalpool klein ist. Der von Peters ist so groß wie der Pazifische Ozean. Irgendwann werden die 49ers ihn durch jemanden ersetzen müssen, der genauso viel Erfahrung hat.
Quelle: Grant Cohn (si.com, 02.03.2024)
Danke Reiner für den Artikel.
Ich finde diesen hochinteressant. Da ich durchaus auch schon Stimmen und Analysen der vergangenen Free-Agency im Allgemeinen gelesen habe, dass es nicht die großen FA-Verpflichtungen sind, die ein Team weiterbringen. Eher haben die Teams "Erfolg" (wenn man nach AV geht), die sich sinnvoll mit "Rollenspielern" verstärken und nicht zu viel in der FA investieren.
Diesen Weg scheinen die Niners in diesem Jahr zu gehen, was mir erst einmal auf dem Papier gut gefällt. Was in besagter Analyse aber auch deutlich wurde: die 49ers haben ihr Geld recht sinnvoll angelegt in der Zeit unter Peters.
Was haltet Ihr von dem letzten Satz? Ist es sinnvoll, wenn die Coaches (vermeintlich) mehr Einfluss auf die FA haben oder sollte man sich in der ganzen Liga umschauen? (am besten ist sicherlich die Mischung)
Mir ist das einfach zu spekulativ geschrieben. Insbesondere, da der Author sicher auch einer derjenigen ist, die sehr schnell die grossen Verträge kritisiert, wenn er die Klicks darüber erwartet.
Grundsätzlich glaube ich auch, dass es die Mischung macht. Einen Trent Williams holt man natürlich nicht mit dem moderaten Vertrag, sondern mit einem grossen Vertrag. Andere Spieler (Gipson, Brendel, Feliciano, Darnold, usw.) haben die 49ers in der Vergangenheit auch zu moderaten Preisen geholt.
Und nicht zuletzt ist es auch die Frage, wie die Salary Cap Struktur des Teams ist. Die Commanders können sich auf 4 Jahre günstigen QB einstellen. Daher können sie jetzt auch etwas die grosse Kelle auspacken. Die 49ers müssen sich bei den aktuellen Verpflichtungen natürlich auch etwas Gedanken machen, was das dann für Brock Purdy in 12 Monaten heisst.
Auf DE ist nun die Frage, ob Hunter gegenüber Floyd sportlich so viel Mehrwert bieten könnte, dass man mehr als doppelt so viel Geld auf den Tisch legen müsste um ihn zu bekommen. Dann sind aber auch 10 Mio. Space weg, die man für Aiyuk, Purdy, etc. nutzen kann.
Ausserdem ist es für mich auch verständlich, dass die 49ers nun dieses Jahr auf die Splash Signings etwas verzichtet haben, da Hargrave nun nicht das gezeigt hat, was man sich erhofft hat. Daher reagiert man wiederum etwas, dass man etwas mehr auf die Breite setzt.
Die Kernaussage des Artikels halte ich für zu sehr simplifiziert: Die 49ers haben nicht dank Peters grosse Verpflichtungen gemacht und ohne ihn machen sie sie nicht. Da gibt es wesentlich mehr zu berücksichtigen.
Informativ finde ich den Artikel schon. Habe aber auch gedacht "was will der Künstler uns damit sagen" ;)
Er ist etwas schwarz/weiss gemalt und ich entdecke nicht wirklich eine Aussage, dass wir so unter dem Abgang leiden.
https://en.wikipedia.org/wiki/Correlation_does_not_imply_causation
Am Ende der Saison 2024 werden wir es ja wissen, welcher Weg erfolgreicher war. 8)
Hargrave war teuer hat für mich aber das Preis Leistungsverhältnis nicht gehalten.
Ward ist dagegen top.
Was mir aber primär durch den Kopf ging:
Die Team und Cap Situation der Commanders mit unserer zu vergleichen ist m. E. Äpfel mit Birnen vergleichen.
Looser Teams sind ja fast gezwungen (wenn der Cap Space es zulässt) auf dem free agent Markt wild aktiv zu werden und dabei noch nen Aufpreis zu zahlen.
Unabhängig davon, dass ich denke, dass Peters klasse Arbeit leistet finde ich unser Front office seit Jahren richtig gut - trotz regelmäßiger Abgänge. Und denke, dass bleibt auch so.
Insofern find ich den Artikel cohn - neues Adjektiv für kleines Körnchen Wahrheit ist drin aber im Wesentlichen überspitzt und klickheischend geschrieben.
Das neue Adjektiv "cohn" gefällt mir sehr gut. Das werde ich mir merken!