Seit einigen Jahren hat die NFL die Regeln für den Umgang mit Spieler geändert, bei denen eine Gehirnerschütterung vermutet wird. Ausschlaggebend dafür war aber nicht unbedingt die Sorge der Liga bezüglich der Gesundheit der Spieler, sondern eher die Sorge um den Geldbeutel der Owner.
Derzeit läuft bereits ein Prozess von Veteranen gegen die Liga, dass diese die Gefahren bewusst ignoriert hätte. Hier steht viel Geld auf dem Spiel. Hätte die Liga weiter nichts dagegen getan, stünden zukünftig weitere Verfahren ins Haus und es wäre dann ein leichtes gewesen, den Nachweis für ein Ignorieren des Problems nachzuweisen.
Allerdings gibt es auch andere Gründe für die Liga, sich des Themas anzunehmen: Nachwuchssorgen. Sollten sich Jugendliche (und vor allem deren Eltern) gegen Football entscheiden, so könnte es langfristig zu Problemen kommen. Allerdings scheinen sowohl die High-Schools als auch die NCAA das Thema noch nicht ernst genug zu nehmen.
Dies gilt aber auch für NFL Coaches. So hat sich Bengals Headcoach Marvin Lewis letzte Woche zu einer Aussage hinreißen lassen, dass sich Gehirnerschütterungen auf Grund der Aufmerksamkeit der Medien heutzutage länger hinziehen.
Um die Spieler vor ,,Dr. Headcoach" zu schützen, gibt es nun klare Regel. Als erstes obliegt die Entscheidung, ob der Verdacht einer Gehirnerschütterung vorliegt, nicht mehr bei Coaches oder Teamärzten, sondern bei unabhängigen Neurologen. Diese entscheiden, ob ein Spieler wieder auf das Feld darf.
Besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, verbieten die Neurologen eine weitere Teilnahme am Spiel und das Protokoll beginnt. Ninersnation hat die Schritte hierfür in einem Artikel über Mike Iupati kurz zusammengefasst.
Ein Spieler muss demnach zunächst wieder vollständig frei von Symptomen sein, bevor er wieder trainieren darf. Dieses sind zunächst No-Contact-Drills.
Mit dieser ersten Freigabe kann der Spieler am nächsten Training in limitierter Form teilnehmen. Er darf dann weder während des Trainings, in den Ruhephasen oder nach dem Training irgendwelche Symptome zeigen.
Ist dies der Fall, kann er an einer weiteren Trainingssession teilnehmen. Bleibt er auch dann frei von Symptomen, folgt eine dritte limitierte Trainingseinheit. Zeigt er auch hier keine Symptome, bekommt er die Freigabe für leichten Kontakt.
Dies ist die letzte Stufe des Protokolls. Hierfür gibt es festgelegt Drills mit Kontakt, die ein Spieler Symptom-frei überstehen muss. Ist dies der Fall, erhält er die Freigabe für vollen Kontakt und die Spielfreigabe.
Quellen: ninersnation.com, PFT
interessant, das mal genauer zu lesen was das Protokoll denn so ist
was mir nicht so ganz klar ist bzw. wo ich Zweifel habe: das Klären ob noch Symptome bestehen funktioniert doch nur bei ehrlichen Auskünften des Betroffenen, oder gibt es objektive "Messmethoden"?
Zitat von: the_hawk am Mi, 22. Okt. ’14, 10:39
interessant, das mal genauer zu lesen was das Protokoll denn so ist
was mir nicht so ganz klar ist bzw. wo ich Zweifel habe: das Klären ob noch Symptome bestehen funktioniert doch nur bei ehrlichen Auskünften des Betroffenen, oder gibt es objektive "Messmethoden"?
Tja, das müsste ein Neurologe beantworten. Ich glaube, der fehlt uns hier aber auf dem Board...
Naja, ich bin zwar kein neurologe, aber ob der patient leichte kopfschmerzen oder ein leichtes schwindelgefuehl hat, kann man kaum objektiv nachweisen.
Ich glaube, es wird in dem Fall auch immer subjektiver.
Das Thema ist so enorm wichtig. Ich habe kürzlich genau darüber referriert (Kopfverletzungen im Football). Ein Einsatz nach einer Gehirnerschütterung während der vulnerablen Phase kann sogar tödlich enden und das wissen nur die wenigsten.