Jetzt gibt es da kein Diskutieren mehr - Firstrundenpick A. J. Jenkins war für die 49ers ein Fehlgriff. Und für General Manager Trent Baalke ist er ein schwarzer Fleck auf seiner ansonsten ziemlich glänzenden Draft-Bilanz. Aber eines muss man Baalke zugutehalten: Er handelte schnell und entschlossen, als es darum ging, die Folgen dieses Fehlers einzudämmen. Jenkins hätte die 49ers in den nächsten beiden Jahren rund 4,3 Millionen Dollar an Cap-Space gekostet, wenn man ihn entlassen oder behalten hätte - nun sind es nur noch rund 2,6 Millionen. Gleichzeitig bekommt man mit Jon Baldwin einen Spieler, dessen Kosten überschaubar sind, weil er für 2014 kein garantiertes Vertragsgeld hat.
Nun, da Jenkins weg ist, kommen die Geschichten, die zeigen, warum er gehen musste. Denn der, der es mit am meisten nötig gehabt hätte, zeigte offenbar eher begrenzten Einsatz. Jenkins jedenfalls sah man kaum je nach dem Training an der Ballwurfmaschine. Er liess es lockerer in der Preseason angehen - der Einladung in Kaepernicks Trainingssessions folgte er zwar, aber mit 12 Tagen Verspätung. Und er war nie unter denen, die frühmorgens im Weight Room arbeiteten.
Genau das wäre nötig gewesen, denn die 49ers hatten darauf gezählt, dass der eher schmächtige Jenkins an Kraft und Gewicht zulegt, um in der NFL bestehen zu können. Er legte aber nur ein bisschen zu - und die Folgen zeigen sich im Spiel gegen die Chiefs. Als Split End hatte er da Press Coverage gegen sich, und war gegen seinen Cornerback Sean Smith hoffnungslos verloren - Jenkins kam kaum je sauber von der Line of Scrimmage weg. Ähnlich war es ihm im Camp ergangen, als er ziemlich oft am Boden war.
Spätestens da musste es den Niners klar gewesen sein, dass Jenkins in dieser Saison in der NFC West mit ihren starken Corners auf verlorenem Posten stehen musste.
Und das gilt nicht für Jon Baldwin. Baldwin ist grösser und deutlich stärker als Jenkins (er ist 1,93, und wiegt um die 103 Kilo) und damit genau der Typ Receiver, den man in der NFC West braucht. Ein starker, athletischer Mann, einer für lange Bälle. Einer, der auch gut springen kann. An seinen Fähigkeiten hat man bei den Chiefs nie gezweifelt. Nur die fehlende Konsistenz machte die Chiefs wahnsinnig - Baldwin lässt einfach zu viele Pässe fallen und hatte im Team deshalb keine so guten Karten mehr. Aber Baldwin hat es auch nicht einfach gehabt, mit drei verschiedenen Offensive Coordinators in den letzten Jahren, dazu zuletzt bei einem 2-14-Team mit einem Quarterback-Problem.
Bei den 49ers hofft man jetzt, dass Baldwins Deep-Threat-Fähigkeiten gut zum starken Arm von Colin Kaepernick passen. Und dass er in einem stabileren Umfeld selbst stabiler wird. Baldwins erste Route war schon mal eine gute - er ging zum besten aktiven Receiver der 49ers, zu Anquan Boldin. Und davon nahm Offensive Coordinator Greg Roman auch gleich Notiz: "Genau das würde ich als junger Spieler tun, zu den erfahrenen Veteranen gehen und sich da Hife holen", kommentierte er, "wenn Du das nicht tust, müsste man Dir eigentlich auf den Kopf hauen".
Quellen: Matt Barrows, Eric Branch, Matt Maiocco, 20.8.
Zitat von: stig49 am Mi, 21. Aug. ’13, 10:26
Spätestens da musste es den Niners klar gewesen sein, dass Jenkins in dieser Saison in der NFL West mit ihren starken Corners auf verlorenem Posten stehen musste.
Quellen: Matt Barrows, Eric Branch, Matt Maiocco, 20.8.
Genau meine Rede. Jenkins wäre zwar am Feld gestanden jedoch vom Radar verschwunden von Colin verschwunden - absolut keine Durchsetzungskraft. >:(
Ich frage mich, ob und welche Lehren die 49ers daraus für die Beurteilung von potentiellen Picks ziehen.
Naja es stellt sich halt die Frage, wie sehr du das verhindern kannst. Jenkins hatte ja glaube ich einen guten Lauf am Ende seiner College-Zeit. Kaum ein Spieler wird dir sagen: "Hey ich mache jetzt schon nicht so viel, aber wenn ich dann bei euch bin, dann mache ich gar nichts mehr." (ausser vielleicht Ryan Leaf...) Auch die Coaches werden vermutlich gesagt haben, dass die Work Ethic gut war (oder besser als am Anfang). Mitspieler werden auch nicht gerade versuchen dem Kollegen die Karriere zu versauen. Und in den Meetings/Trainings in denen es um viel Geld geht, ist es einfach motiviert aufzutreten.
Du müsstest den Spieler beinahe in jedem Training, bei jeder Kraftraumeinheit beobachten können um es wirklich beurteilen zu können.
Zitat von: frontmode am Mi, 21. Aug. ’13, 10:34
Ich frage mich, ob und welche Lehren die 49ers daraus für die Beurteilung von potentiellen Picks ziehen.
Naja, wenn sie mit der bisherigen Erfolgsquote weitermachen, wäre ich ganz zufrieden. Bei Jenkins hat man anscheinend die letzten beiden Spielzeiten gesehen und war ziemlich zuversichtlich, Spieler formen und coachen zu können. Hat ja bislang auch gut funktioniert - Bowman hatte auch ein schwieriges erstes Jahr und startete dann durch. Und da gibts noch mehr Beispiele.
Ich würde sagen, Baalke ist so selbstsicher, der macht weiter wie bisher.
Hier hatte man eine Kombination, dass der Spieler offensichtlich viel Arbeit in sich reinstecken musste. Da stellt sich schon die Frage, ob man nicht hätte erkennen können, ob er das wirklich kann. Vor allem, weil man ihn vermutlich durchaus auch in der zweiten Runde hätte bekommen können.
Man sollte hier schon dem Scouting Department ein paar Vorgaben machen.
Aber klar ist, dass nicht alle Picks einschlagen können / werden.
Jede Draft hat halt einen Glücks-Anteil. Nachher ist man immer schlauer.
Zitat von: Buvag am Mi, 21. Aug. ’13, 10:57
Jede Draft hat halt einen Glücks-Anteil. Nachher ist man immer schlauer.
Das kostet jetzt aber mindestens zwei Euro ins Phrasenschwein ;) :cheers:
Das kann immer passieren. Was willst Du machen, wenn Duin einem Spieler enormes Entwicklungspotential siehst, der sich aber als zu faul erweist und dadurch stagniert. So viele psychologische Tests kannst Du vor der Draft gar nicht machen, um so eine Prognose zu stellen. Von daher abhaken und weiter!
Am Ende kann ja noch was vernünftiges raus kommen, wenn Baldwin seine zweite Chance nutzen will und kann. Jenkins dürfte sehr schnell großen Ärger mit Reid bekommen, wenn er sich nicht zusammenreißt. Zumindestens dürfte er gelernt haben, das man sehr schnell aus einem Team verschwinden kann - trotz eines guten Vertrages. Darauf kann man sich nicht ausruhen.
Ich kann mir bei Baldwin schon vorstellen, dass er zu einer brauchbaren #2 wird. Wenn wir uns erinnern, auch Vernon Davis hatte teils große Probleme mit Drops und seiner gesamten Einstellung. Der wurde immerhin an #6 gedraftet, also genau 20 Spots vor Baldwin. Besseres Quarterbacking als Davis hatte Baldwin übrigens auch nicht als Unterstützung, deshalb kann man auch nicht behaupten, dass nicht noch Hoffnung für ihn gibt. Bei Jenkins hingegen muss man fairerweise zugeben, dass es durchaus sein kann, dass er einfach nicht für den hohen Druck, dem man in der NFL ausgesetzt ist, gemacht ist.
hab ich also recht behalten, was jenkins angeht. im kopf nicht klar. schade um den draftpic
Kann das schwer nachvollziehen, was für einen Hype die Beatwriter jetzt um Baldwin machen. Der muss ein Playbook lernen, neue QBs kennenlernen und er war ein Spieler, den die Chiefs loswerden wollten, obwohl sie keine besonders rosigen Alternativen auf WR haben. Spricht nicht viel dafür, dass Baldwin zu Saisonbeginn zum Impact-Receiver mutiert.
Zitat von: frontmode am Mi, 21. Aug. ’13, 10:34
Ich frage mich, ob und welche Lehren die 49ers daraus für die Beurteilung von potentiellen Picks ziehen.
Körperlich stärkere Receiver draften mit mehr Charakter und Ehrgeiz ;D
Zitat von: stig49 am Do, 22. Aug. ’13, 09:59
Kann das schwer nachvollziehen, was für einen Hype die Beatwriter jetzt um Baldwin machen. Der muss ein Playbook lernen, neue QBs kennenlernen [...]
Zeigt ein wenig, wie schlecht Jenkins scheinbar ausgesehen haben muss und vor allem, wie anders Baldwin aufzutreten scheint.
Zitat von: frontmode am Do, 22. Aug. ’13, 14:17
Zitat von: stig49 am Do, 22. Aug. ’13, 09:59
Kann das schwer nachvollziehen, was für einen Hype die Beatwriter jetzt um Baldwin machen. Der muss ein Playbook lernen, neue QBs kennenlernen [...]
Zeigt ein wenig, wie schlecht Jenkins scheinbar ausgesehen haben muss und vor allem, wie andere Baldwin aufzutreten scheint.
Hätte echt nicht gedacht das AJJ so eine Graupe ist. Vor allem mental. Wie ist er denn vorher mit so einer Einstellung klar gekommen oder hat er die erst seit er Profi ist....
Zitat von: Flames1848 am Do, 22. Aug. ’13, 15:09
Zitat von: frontmode am Do, 22. Aug. ’13, 14:17
Zitat von: stig49 am Do, 22. Aug. ’13, 09:59
Kann das schwer nachvollziehen, was für einen Hype die Beatwriter jetzt um Baldwin machen. Der muss ein Playbook lernen, neue QBs kennenlernen [...]
Zeigt ein wenig, wie schlecht Jenkins scheinbar ausgesehen haben muss und vor allem, wie andere Baldwin aufzutreten scheint.
Hätte echt nicht gedacht das AJJ so eine Graupe ist. Vor allem mental. Wie ist er denn vorher mit so einer Einstellung klar gekommen oder hat er die erst seit er Profi ist....
Man kan das ja nur weit aus der Ferne beobachten, aber...
Auf mich hat es den Eindruck das er halt ein wenig Naiv ist/war. Im College hast du relativ wenig wirkliche Trainingseinheiten. Alles andere musst du abseits vom Platz selber machen. Und im College haben seine Maße ausgereicht, weil er eben auch recht schnell ist. Da musste er warscheinlich nicht viel extra-arbeit leisten.
In der NFL sieht das dann schon anders aus. Da musst du jeden Tag trainieren, im Meetingraum sitzen, Playbook lernen, in den Kraftraum etc., denn NFL Spieler sind eben nicht nur schneller sondern auch stärker. Und um da mitzuhalten is das Minimum nicht ausreichend.
Vielleicht hat er das ja jetzt verstanden und arbeitet ein wenig mehr... Abwarten
Ich könnte mir vorstellen, das man bei den Chiefs Fans das Gleiche was wir hier schreiben sagt, nur andersherum ::)
Zitat von: wizard49er am Fr, 23. Aug. ’13, 00:14
Ich könnte mir vorstellen, das man bei den Chiefs Fans das Gleiche was wir hier schreiben sagt, nur andersherum ::)
Ja, ganz bestimmt sogar... Und warum auch nicht.
Ich nenne es HOFFNUNG 8) .......das man den Besseren erwischt hat ;D
Nur Mal so am Rande:
Kyle Williams: 35 Catches for 461 Yards (13,2 Avg., longest 57), 4 TD
Jon Baldwin: 41 Catches for 579 Yards (14,1 Avg., longest 57), 2 TD
Zitat von: wizard49er am Fr, 23. Aug. ’13, 19:56
Ich nenne es HOFFNUNG 8) .......das man den Besseren erwischt hat ;D
Mir ging es eher darum, das es vielleicht wirklich positiv für beide (Teams und Spieler) ist.