In einer wöchentlichen Radio-Show wurde General Manager Trent Baalke darauf angesprochen, ob die Personalie Odell Beckham Jr. am Draft-Tag im vergangenen Mai zu einem Reibungspunkt zwischen ihm und dem verflossenen Head Coach Jim Harbaugh wurde. Baalke versicherte »hunderprozentig«, daß dem nicht so sei – ein Uptrade bei der letzten Draft für Odell Beckham Jr. wäre vielmehr zu teuer gekommen.
Die 49ers hatten den 30. Platz in der Draftreihenfolge, und Beckham wurde von den New York Giants an Position 12 ausgewählt. Er erzielte in dieser Saison 91 Catches für 1305 Yards und 12 Touchdowns, darunter sechs Catches für 40 Yards oder mehr – und das, obwohl er die ersten vier Spiele verletzt aussetzen mußte. Beim Spiel gegen die 49ers im November brachte er es auf sechs Catches und 93 Yards sowie einen zirkusreifen Catch nahe der Goal-Line.
»Hätten wir ihn gerne gehabt? Ja. Hätten wir ihn gerne an unserer Draftposition gehabt? Ganz sicher. Hatten wir geglaubt, er würde bis zu uns fallen? Ganz sicher nicht. Wären wir bereit gewesen, den nötigen Preis zu bezahlen, um nach oben zu traden und ihn zu bekommen? Die Antwort lautet nein, und darum haben wir es auch nicht getan.«
Laut Baalke hätte es dem Team den Erst- und Zweitrundenpick gekostet, einen der Drittrundenpicks, und vielleicht noch einen weiteren obendrauf. »Unterm Strich hätte es uns Jimmie Ward gekostet, es hätte uns Marcus Martin oder Chris Borland gekostet, und dazu noch Carlos Hyde und eventuell noch einen weiteren. Man hätte also drei vielversprechende junge Spieler abgegeben um einen zu bekommen.«
Baalke betonte, daß die Entscheidung eine gemeinsame war – ohne daß einer dabei wirklich stark für die Uptrade-Option gekämpft und ein anderer dagegengekämpft hätte. »Wir wußten: wenn wir hoch genug gehen wollten, um einen Spieler dieses Kalibers zu ergattern, hätte es uns zu viel Munition gekostet – und daher entschlossen wir uns, es bleiben zu lassen.«
Eine Draft von Beckham hätte freilich Baalkes Bilanz hinsichtlich hoch gepickter Offense-Spieler aufgemöbelt. Seit 2012 hat er deren vier mit Erst- oder Zweitrundenpicks ausgewählt: Wide Receiver A.J. Jenkins, Runningback LaMichael James, Tight End Vance McDonald sowie Runningback Carlos Hyde.
Auch bei der nächsten Draft wird die Wide-Receiver-Position wieder ein gewichtiges Thema für die 49ers spielen. Vielleicht bekommen sie dann ja doch noch ihren Beckham; Rob Rang von CBS sieht in seiner frühen Mock-Draft Wide Receiver Dorial Green-Beckham von Oklahoma bei den 49ers landen. Auf jeden Fall sind die Voraussetzungen diesmal dank der 8–8-Bilanz und der 15. Draftposition besser. Und nächstes Jahr geht es dann wieder gegen die Giants.
Quellen: Mercury News, SFGate (30.12.)
Die Frage ist wirklich, ob er es nicht dennoch wert gewesen wäre.
Er hätte bei den 49ers sicher nicht eine solche Saison gehabt. Beurteilen kann man das aber erst, wenn man Ward, Hyde und Martin richtig beurteilen kann.
Zitat von: frontmode am Di, 30. Dez. ’14, 10:17
Er hätte bei den 49ers sicher nicht eine solche Saison gehabt. Beurteilen kann man das aber erst, wenn man Ward, Hyde und Martin richtig beurteilen kann.
Das stimmt natürlich.
Bei unserer sehr "unkonstanten" Offense wäre es auch fraglich, ob so ein grosses Talent richtig genutzt worden wäre ::)
Zumal wir ja eigentlich mit WR gut besetzt sind. Die Frage ist nur, was haben wir daraus gemacht. Nicht viel.....
Zitat von: reagan - The Left Hand am Di, 30. Dez. ’14, 14:11
Zumal wir ja eigentlich mit WR gut besetzt sind. Die Frage ist nur, was haben wir daraus gemacht. Nicht viel.....
Das Team hatte drei Possession Receiver unter den Top 3, und die Deep Threat war ein 34-jähriger Spieler, der ein Jahr kein Football gespielt hatte, und nicht durch Speed sondern gute Routen und spektakuläre Catches zu seiner hohen Yards-per-Catch-Zahl gekommen ist. Da hätte Beckham durchaus einen Unterschied machen können.
Zitat von: reagan - The Left Hand am Di, 30. Dez. ’14, 14:11
Zumal wir ja eigentlich mit WR gut besetzt sind. Die Frage ist nur, was haben wir daraus gemacht. Nicht viel.....
Ich finde eher, dass wir auf WR nicht gut besetzt sind. Wir haben 3 mal quasi den gleichen "Possession" Receiver (Boldin, Crabtree, Johnson) und keine wirkliche Deep Threat. Von unserem Receiving Corps geht einfach keine wirkliche Gefahr aus und CBs können auf die kurzen Routen lauern. Der TD gegen die Cards von Boldin war eine schöne Demonstration, bei dem es für die Defense nach hinten losgegangen ist. Aber sowas ist halt nunmal eher die Ausnahme.
Mh, mit einer sicheren O-Line und einem etwas weniger hektischem QB und einem WCO Gameplan - wäre dieses WR Corps aus meiner Sicht völlig ausreichend gewesen. Der Preis war einfach zu hoch.
Und wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Niners diese WR verpflichtet haben?
Für mich steht TB ganz klar vor dem Jahr der Wahrheit. Bleibt der sofortige Erfolg in der nächsten Saison aus, ist Baalke Geschichte.
Bin mal gespannt, ob er seine Draftstrategie Masse statt Klasse und ACL-Club ändert.
Zitat von: Holger98 am Di, 30. Dez. ’14, 14:45
Für mich steht TB ganz klar vor dem Jahr der Wahrheit. Bleibt der sofortige Erfolg in der nächsten Saison aus, ist Baalke Geschichte.
Definiere mal bitte "sofortiger Erfolg".
Zitat von: Holger98 am Di, 30. Dez. ’14, 14:45
Für mich steht TB ganz klar vor dem Jahr der Wahrheit. Bleibt der sofortige Erfolg in der nächsten Saison aus, ist Baalke Geschichte.
Dann müßte in weiterer Folge ein neuer GM mit jenem Coach zusammenarbeiten, den Baalke jetzt holen wird. Sowas geht in der Regel nicht gut.
Zitat von: igor am Di, 30. Dez. ’14, 14:58
Zitat von: Holger98 am Di, 30. Dez. ’14, 14:45
Für mich steht TB ganz klar vor dem Jahr der Wahrheit. Bleibt der sofortige Erfolg in der nächsten Saison aus, ist Baalke Geschichte.
Dann müßte in weiterer Folge ein neuer GM mit jenem Coach zusammenarbeiten, den Baalke jetzt holen wird. Sowas geht in der Regel nicht gut.
Das ist genau der Grund, warum ich davon ausgehe, dass man Fangio promotet und keinen Coach von außen holt, denn sonst hätte man doch eher reinen Tisch machen und Baalke ebenfalls rauswerfen müssen. Baalke und Fangio kann man nach einer Gurkensaison rauswerfen -- immerhin war Fangio lange genug mit dem Team beisammen. Einen Head Coach von außen nach nur einer Saison zu kündigen wäre absolut irrsinnig.
Wenn Kaepernick die kurzen und mittleren Routen besser werfen könnte und diese nicht nur aus Hitches bestehen, dann kann man durchaus ein sinnvolles Passspiel aufbauen.
Dass Kaep es kann, zeigte nicht zuletzt der TD auf Boldin. DAS haben wir deutlich zu selten gesehen in dieser Saison.
Aber ein Deep Threat (Ellington?) würde ich trotzdem sehr begrüssen, da es einfach eine weitere Dimension gibt.
Das wichtigste ist aber, dass das QB-Spiel von Kaep und die Routendesigns besser werden. Dann bringt man auch zunehmend den 8. Mann aus der Box und das Laufspiel wird konstanter werden.
Also ich bin völlig pro Baalke. Man stelle sich nur mal vor ein York geht auf GM-Suche. Himmel hilf!
Harbaugh hat sich im Sommer bei York selbst abgeschossen. Star-Coach hin oder her, sowas lässt kein Owner langfristig mit sich machen.
Und ohne Baalke hätte Harbaugh wahrscheinlich schon im Sommer die Papiere gekriegt.
Zitat von: Candlestick am Di, 30. Dez. ’14, 15:31
Harbaugh hat sich im Sommer bei York selbst abgeschossen.
In wiefern?
Beckham ist natürlich ein toller WR bzw. hat wirklich eine tolle Saison gespielt, aber ob es unseren 1 + 2 Runden Pick + einen 3+4 Runden Pick wert gewesen wäre ?
Jetzt ist es immer leicht zu sagen, JA. Bin der Meinung, dass die 49ers trotzdem alles richtig gemacht haben. Mit Ward, Martin, Borland und Hyde haben wir gute Spieler für die Zukunft bekommen und wären meiner Meinung für Beckham zu "teuer" gewesen.
Zitat von: MoRe99 am Di, 30. Dez. ’14, 14:48
Definiere mal bitte "sofortiger Erfolg".
Hat Jed York doch gesagt, nur der SB zählt ;)
Ich denke, ein weiteres Jahr ohne PO reicht aus, um TB den Job źu kosten.
Da York betont hat, dass es keinen kompletten rebuilt geben wird, gehe ich auch davon aus, dass Fangio der neue HC wird. Und ich denke, das ist in der jetzigen Situation die richtige Entscheidung. Sollte Fangio scheitern, wird es vermutlich einen totalen Neuaufbau geben, da dann etliche Top-Spieler aufgrund des Alters werden gehen müssen.
Zitat von: NinersUlm am Di, 30. Dez. ’14, 15:34
Zitat von: Candlestick am Di, 30. Dez. ’14, 15:31
Harbaugh hat sich im Sommer bei York selbst abgeschossen.
In wiefern?
Z.B. an den Vorkommnissen um die Stadioneröffnung zu sehen. Das dir dein HC so auf der Nase rumtanzt während die ganze Footballwelt zuguckt wird York als absolute Respektlosigkeit ihm gegenüber angesehen haben. Ich schätze York so ein, dass er ohne den Wogenglätter Baalke möglicherweise schon da den Fire-Knopf gedrückt hätte, aber dies ist natürlich ein sehr subjektives Gefühl.
Die NFL ist nicht nur Sport, da hat ein HC auch andere Verpflichtungen gegenüber seinem Chef. Gehst du da als HC auf Konfrontationskurs kann dich maximal der Erfolg noch retten und der ist diese Saison weggebrochen.
Also so oder so, ich bin ziemlich sicher der Bruch im Sommer mit York ist der Grund für den jetzigen Abschied. Seitdem tickte die Uhr ...
Was war denn genau da im Sommer? Ich habe da offenbar etwas verpasst...
Zur Stadioneröffnung erschien JH in seinem berühmten Outfit und war nur kurz da - Spieler waren nicht anwesend und beides deswegen, weil Harbaugb just zur Eröffnung ein Training angesetzt hatte.
Zitat von: frontmode am Di, 30. Dez. ’14, 16:11
Zur Stadioneröffnung erschien JH in seinem berühmten Outfit und war nur kurz da - Spieler waren nicht anwesend und beides deswegen, weil Harbaugb just zur Eröffnung ein Training angesetzt hatte.
Das geht wirklich nicht. Das gehört einfach dazu. Für Werbetermine haben auch alle Zeit.
Okay. Ja ist definitiv nicht das professionellste Verhalten. Aber, dass Harbaugh nicht der Politiker ist, war irgendwann klar.
Zitat von: reagan - The Left Hand am Di, 30. Dez. ’14, 16:33
Zitat von: frontmode am Di, 30. Dez. ’14, 16:11
Zur Stadioneröffnung erschien JH in seinem berühmten Outfit und war nur kurz da - Spieler waren nicht anwesend und beides deswegen, weil Harbaugb just zur Eröffnung ein Training angesetzt hatte.
Das geht wirklich nicht. Das gehört einfach dazu. Für Werbetermine haben auch alle Zeit.
vielleicht hatte er um einen anderen termin gebeten, und diesen nicht bekommen? es gibt ja durchaus trainingsmethodische gründe, die ein training zu einer bestiommten tageszeit rechtfertigen würden.
Wenn nach jahrzehnten das Stadion eröffnet wird, sollte der Termin vorrang haben und das Training entsprechend geplant werden. Der Termin ist ja sicher nicht einen Tag vorher vom Himmel gefallen...
Und das Saisonergebnis zeigt, dass der Tag Training nicht ganz unersetzlich gewesen ist.
Zitat von: IamNINER am Di, 30. Dez. ’14, 17:20
Okay. Ja ist definitiv nicht das professionellste Verhalten. Aber, dass Harbaugh nicht der Politiker ist, war irgendwann klar.
Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Respekt. JH hat gemacht was er wollte....
Zitat von: Cordovan am Di, 30. Dez. ’14, 22:08
Zitat von: IamNINER am Di, 30. Dez. ’14, 17:20
Okay. Ja ist definitiv nicht das professionellste Verhalten. Aber, dass Harbaugh nicht der Politiker ist, war irgendwann klar.
Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Respekt. JH hat gemacht was er wollte....
Und da sag einer das hätte nicht auf die Spieler abgefärbt. Wenn ich Anarchismus predige darf ich mich nicht wundern wenn ich nachher eins auf die Fresse kriege.
Zitat von: Fritzini am Mi, 31. Dez. ’14, 03:37
Zitat von: Cordovan am Di, 30. Dez. ’14, 22:08
Zitat von: IamNINER am Di, 30. Dez. ’14, 17:20
Okay. Ja ist definitiv nicht das professionellste Verhalten. Aber, dass Harbaugh nicht der Politiker ist, war irgendwann klar.
Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Respekt. JH hat gemacht was er wollte....
Und da sag einer das hätte nicht auf die Spieler abgefärbt. Wenn ich Anarchismus predige darf ich mich nicht wundern wenn ich nachher eins auf die Fresse kriege.
Genau! Und ich mache sowas speziell nicht bei einem jungen Owner, der in Sachen Respekt und Autoritätswahrung natürlich besonders dünnhäutig ist. Das war schon enorm undiplomatisch.
Aber da sind wir genau beim Punkt: Dürfen solche Dinge der Grund dafür sein, sich von einem Coach zu trennen, der aus einer peinlichen Nummer ein Erfolgsteam gemacht hat?
Nein!
Zitat von: stig49 am Mi, 31. Dez. ’14, 06:33
Zitat von: Fritzini am Mi, 31. Dez. ’14, 03:37
Zitat von: Cordovan am Di, 30. Dez. ’14, 22:08
Zitat von: IamNINER am Di, 30. Dez. ’14, 17:20
Okay. Ja ist definitiv nicht das professionellste Verhalten. Aber, dass Harbaugh nicht der Politiker ist, war irgendwann klar.
Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Respekt. JH hat gemacht was er wollte....
Und da sag einer das hätte nicht auf die Spieler abgefärbt. Wenn ich Anarchismus predige darf ich mich nicht wundern wenn ich nachher eins auf die Fresse kriege.
Genau! Und ich mache sowas speziell nicht bei einem jungen Owner, der in Sachen Respekt und Autoritätswahrung natürlich besonders dünnhäutig ist. Das war schon enorm undiplomatisch.
Aber da sind wir genau beim Punkt: Dürfen solche Dinge der Grund dafür sein, sich von einem Coach zu trennen, der aus einer peinlichen Nummer ein Erfolgsteam gemacht hat?
Gegenfrage: Soll sich ein junger CEO von seinem HC auf der Nase rumtanzen lassen, bis alle anderen den Kopf schütteln? Hier hat JH anscheinend am Anfang der Gegenpol gefehlt, der ihm mal seine Grenzen aufgezeigt hätte. Anschließend ist dann über die Zeit vieles aus dem Ruder gelaufen. Wie war da noch eine Antwort, als JH nach dem neuen Stadion gefragt wurde? "Ganz nett", oder so in der Art. Sorry, aber da stell ich als Besitzer dem Team ein neues Stadion hin und dann kommt der HC und sagt über spitzt formuliert: " ja, geht eh".
Zitat von: stig49 am Mi, 31. Dez. ’14, 06:33
Zitat von: Fritzini am Mi, 31. Dez. ’14, 03:37
Zitat von: Cordovan am Di, 30. Dez. ’14, 22:08
Zitat von: IamNINER am Di, 30. Dez. ’14, 17:20
Okay. Ja ist definitiv nicht das professionellste Verhalten. Aber, dass Harbaugh nicht der Politiker ist, war irgendwann klar.
Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Respekt. JH hat gemacht was er wollte....
Und da sag einer das hätte nicht auf die Spieler abgefärbt. Wenn ich Anarchismus predige darf ich mich nicht wundern wenn ich nachher eins auf die Fresse kriege.
Genau! Und ich mache sowas speziell nicht bei einem jungen Owner, der in Sachen Respekt und Autoritätswahrung natürlich besonders dünnhäutig ist. Das war schon enorm undiplomatisch.
Aber da sind wir genau beim Punkt: Dürfen solche Dinge der Grund dafür sein, sich von einem Coach zu trennen, der aus einer peinlichen Nummer ein Erfolgsteam gemacht hat?
Genau, nein! Auch wenn das wirklich keine feine Aktion von Harbaugh gewesen ist. Trotzdem, wenn das der Auslöser für so ein Theater war, dann ist das unprofessionell.