Ann Killion vom San Francisco Chronicle kritisiert Jed York scharf:
Der Kalender zeigte ein neues Jahr an, aber die Athmosphäre im Levi's Stadium war der selbe alte Mist.
Dabei lag Wechsel in der Luft. Trent Baalke war als GM gefeuert, und zwar schon bevor das Wochenende begonnen hatte. Chip Kelly sah sich gezwungen, das letzte Saisonspiel zu coachen, während Gerüchte über seine eigene Entlassung die Runde machten. Aber es gab dazu nichts Konkretes bis zwei Stunden nach Ende des Spiels gegen die Seahawks.
Die Entlassungen wurden - natürlich - zuerst kolportiert und dann offiziell bestätigte in den Medien, die immer Infos aus dem Büro des Owners bekommen. CEO Jed York wird selbst um 10 Uhr morgens am Montag sprechen.
Da hatten wenige Beobachter das Gefühl, dass Wechsel gleich neuer Hoffnung ist. Denn das dritte Jahr in Folge endete eine 49ers-Saison im Chaos und in der Peinlichkeit.
Wenn Entlassungen vor dem letzten Spiel durchgestochen werden, bringt man die Menschen, die das Spiel coachen und die auf dem Feld stehen sollen in eine blöde Lage. Es war ungeschickt. Es war ungewöhnlich. Es war genauso, wie es nicht funktioniert.
Mit anderen Worten, der übliche 49ers-Müll. Offenkundig hat York noch immer nicht aus seinen auffälligen, erheblichen Fehlern gelernt.
Das dritte Jahr in Folge stand da ein Coach in seiner letzten Postgame-PK und wusste nicht, ob er seinen Job noch hatte. Kelly musste sich da hinstellen und über Gerüchte befragen lassen.
"Das lässt mich kalt", sagte Kelly, und vielleicht sagte er sogar die Wahrheit. Aber das alles war extrem unprofessionell. In den sozialen Medien stand schon Tage vorher, dass er gefeuert werde. York hatte ihm auf den Anrufbeantworter gesprochen und Kelly hatte zurückgerufen. Man vereinbarte, dass man nach dem Spiel sprechen würde. Dass sein GM bereits gefeuert war, wusste Kelly nicht.
Nun hatte man zweimal Headcoaches nach einer Saison entsorgt. Das hatten zuletzt die unfähigen 49ers von 1977/78 getan. Sogar der unberechenbare Al Davis kickte seine Coaches nicht so schnell wieder raus,
Drei Spielzeiten in Folge ist der Headcoach weg, Millionen an Ablöse sind zu zahlen. Und jetzt fängt man wieder bei Null an.
Was sagt uns das? Dass die letzten zwei Jahre verschwendet wurden. Was an Talent und Momentum da war während der Jim Harbaugh-Zeit ist vergangen. Kein Headcoach, kein starkes Frontoffice, kein QB für die Zukunft, keine Kontinuität. Nichts. Es ist das genaue Gegenteil, wie man eine Franchise gut führt.
Und wer soll den Saustall ausmisten? Wenn wir seinen Vater John glauben, dann wird Jed weiter die Entscheidungen treffen. Und zwar, obwohl Jed's Football-Entscheidungen durch die Bank fürchterlich waren - abgesehen von der einen einfachen, den Typen aus Stanford zu nehmen.
Jetzt sind die 49ers ein weiteres Mal zu spät auf der Party. Die Rams, die Jaguars, die Bills arbeiten bereits an ihren Wechseln. Die Broncos, ein begehrter Job, arbeiten an der Nachfolge von Gary Kubiak. Die Chargers suchen einen Coach.
Die 49ers hätten vorn liegen können. Sie hätten Baalke schon vor Monaten gehen lassen können und dann jemand anderen beurteilen lasssen, ob er Kelly behalten will, und welche Spieler man halten sollte. Stattdessen verlängerten die Niners Verträge, mit denen der neue GM und der neue Coach jetzt leben müssen, während die schlimmste Saison jemals sich weiter dahinquälte. Es ist schlimmer als 1978 oder 79, weil das Team vor nur drei Jahren so viel besser stand.
Die Höllensaison endete mit der Niederlage gegen die Seahawks. Ein Flugzeug kreiste über dem Stadion mit dem Banner "Levi's Stadium: The House That Harbaugh Built," und das war nur das letzte einer ganzen Serie von beleidigenden Banners, die man über dem Stadion sah.
Drei Jahre brauchten York und Baalke, um die 49ers zu erledigen. Die Bilanz ist 15-33, während der Erzrivale aus Seattle bei 32-15-1 lag und es jedes Jahr in die Playoffs geschafft hat.
Als Abschiedsgeschenk seiner eigenen Entlassung, deutete Baalke an - der jede Menge schlechter Personalentscheidungen getroffen hat - dass es richtig sei, Kelly zu feuern. Er sagte, er sei ein grosser Fan eines organisatorischen Resets - eine schöne Art, einen Totalumbruch zu beschreiben, und ein Messer in Kellys Rücken.
"Manchmal muss man die Kultur verändern" sagte Baalke, "wir haben ja gute Talente im Team. Mit einer guten Offseason und dem richtigen Reset sollten gute Dinge passieren".
Ich frage mich, wie er darauf kommt. Seine einzigen Erfolge waren vor allem das Produkt von Scot McCloughan's Draft Picks und Harbaughs Coaching. Jetzt aber ist der Roster nach allgemeiner Ansicht in Scherben.
Die 49ers suchen einen neuen GM und gleichzeitig einen neuen Coach. Beim letzten vergleichbaren Mal feuerten die Yorks Terry Donahue und Dennis Erickson und gaben Mike Nolan die Macht. Als das nicht funktionierte, kam McCloughan.
Es dauerte lange, es gab nochmals viele Fehler, und ein Coach aus Stanford musste kommen, um die 49ers wieder siegen zu lassen. Heute scheint das eine Million Jahre her zu sein.
Klar, Am Sonntag änderte sich was. Aber es war doch wieder nur der selbe alte Müll.
Quelle: Ann Killion, SF Chronicle, 2.1.
Einfach nur peinlich.... :-X
Dankeschön fürs übersetzen. Ich bin seit 1984 ein 49er, aber so ein Schmierentheater habe ich noch nie erlebt. Gibt es eigentlich auch eine Hall of shame?
Mütter sollten ihre erwachsenen Söhne auch mal verprügeln dürfen.
Nur sind die Leaks über das Feuern von Baalke/Kelly mit Vorsicht zu genießen, ich hab jetzt schon ein paar mal gelesen dass sie angeblich von Baalke selbst stammen könnten und nicht von York. Paraag Marathe wurde ja auch schon des öfteren mal als Quelle beschuldigt. Trotzdem eine miese Geschichte das Ganze, egal woher die Leaks kommen. Das Duo York/Baalke war im Umgang mit den Coaches eine einzige Katastrophe, Wahnsinn wie dämlich die 2 sich verhalten haben die letzten 3 Jahre.
Zitat von: vorschi am Sa, 7. Jan. ’17, 08:44
Nur sind die Leaks über das Feuern von Baalke/Kelly mit Vorsicht zu genießen, ich hab jetzt schon ein paar mal gelesen dass sie angeblich von Baalke selbst stammen könnten und nicht von York. Paraag Marathe wurde ja auch schon des öfteren mal als Quelle beschuldigt. Trotzdem eine miese Geschichte das Ganze, egal woher die Leaks kommen. Das Duo York/Baalke war im Umgang mit den Coaches eine einzige Katastrophe, Wahnsinn wie dämlich die 2 sich verhalten haben die letzten 3 Jahre.
Das hab ich jetzt schon so oft gelesen, dass die Leaks auch Jed York zugeschrieben werden. Aber wie auch immer - der Fisch stinkt vom Kopf her, weil Jed lässt es zumindest zu, dass durchgestochen wird.
Zitat von: stig49 am Sa, 7. Jan. ’17, 09:09
Zitat von: vorschi am Sa, 7. Jan. ’17, 08:44
Nur sind die Leaks über das Feuern von Baalke/Kelly mit Vorsicht zu genießen, ich hab jetzt schon ein paar mal gelesen dass sie angeblich von Baalke selbst stammen könnten und nicht von York. Paraag Marathe wurde ja auch schon des öfteren mal als Quelle beschuldigt. Trotzdem eine miese Geschichte das Ganze, egal woher die Leaks kommen. Das Duo York/Baalke war im Umgang mit den Coaches eine einzige Katastrophe, Wahnsinn wie dämlich die 2 sich verhalten haben die letzten 3 Jahre.
Das hab ich jetzt schon so oft gelesen, dass die Leaks auch Jed York zugeschrieben werden. Aber wie auch immer - der Fisch stinkt vom Kopf her, weil Jed lässt es zumindest zu, dass durchgestochen wird.
Selbst wenn sie von Marathe/Baalke stammen, egal in welchem Zeitraum, müsste York das ja eigentlich unterbinden. Oder er ist es selbst. So oder so steht er in keinem guten Licht.
Zitat von: vorschi am Sa, 7. Jan. ’17, 09:12
Zitat von: stig49 am Sa, 7. Jan. ’17, 09:09
Zitat von: vorschi am Sa, 7. Jan. ’17, 08:44
Nur sind die Leaks über das Feuern von Baalke/Kelly mit Vorsicht zu genießen, ich hab jetzt schon ein paar mal gelesen dass sie angeblich von Baalke selbst stammen könnten und nicht von York. Paraag Marathe wurde ja auch schon des öfteren mal als Quelle beschuldigt. Trotzdem eine miese Geschichte das Ganze, egal woher die Leaks kommen. Das Duo York/Baalke war im Umgang mit den Coaches eine einzige Katastrophe, Wahnsinn wie dämlich die 2 sich verhalten haben die letzten 3 Jahre.
Das hab ich jetzt schon so oft gelesen, dass die Leaks auch Jed York zugeschrieben werden. Aber wie auch immer - der Fisch stinkt vom Kopf her, weil Jed lässt es zumindest zu, dass durchgestochen wird.
Selbst wenn sie von Marathe/Baalke stammen, egal in welchem Zeitraum, müsste York das ja eigentlich unterbinden. Oder er ist es selbst. So oder so steht er in keinem guten Licht.
Genau!
Um Leaks zu unterbinden, muss man erstmal das Leck finden.
Ich kenn das gut genug aus Fussballzeiten, wie schwer das ist. Außerdem ist davon auszugehen, dass wir über die Jahre verschiedene Lecks hatten, denn ich glaube kaum, dass immer alles von den gleichen kam.
Kawakami zum Beispiel beschwert sich in Wahrheit nicht über die Lecks, er ist aus beruflicher Sicht wütend, dass die ihm dienlichen Lecks irgendwann geschlossen wurden und er dadurch berufliche Nachteile hatte. Beatwriter leben von Lecks, wie bei uns im Sportbereich die Blöd-Zeitung. Das ist und bleibt ein schmieriges Geschäft.
Wer wann was sickern lässt, das entscheidet ja auch maßgeblich die Interessenlage und so wie Baalke offensichtlich Kelly unbedingt mitnehmen wollte, deutet in dem Fall sehr viel darauf hin, dass er hier Infos gestreut hat.
Zitat von: Candlestick am Sa, 7. Jan. ’17, 10:28
Um Leaks zu unterbinden, muss man erstmal das Leck finden.
Ich kenn das gut genug aus Fussballzeiten, wie schwer das ist. Außerdem ist davon auszugehen, dass wir über die Jahre verschiedene Lecks hatten, denn ich glaube kaum, dass immer alles von den gleichen kam.
Kawakami zum Beispiel beschwert sich in Wahrheit nicht über die Lecks, er ist aus beruflicher Sicht wütend, dass die ihm dienlichen Lecks irgendwann geschlossen wurden und er dadurch berufliche Nachteile hatte. Beatwriter leben von Lecks, wie bei uns im Sportbereich die Blöd-Zeitung. Das ist und bleibt ein schmieriges Geschäft.
Wer wann was sickern lässt, das entscheidet ja auch maßgeblich die Interessenlage und so wie Baalke offensichtlich Kelly unbedingt mitnehmen wollte, deutet in dem Fall sehr viel darauf hin, dass er hier Infos gestreut hat.
Ich glaube aber nicht, dass sich Ann Killion mit ihrer ungewöhnlich direkten Anschuldigung an den Owner so weit aus dem Fenster gelehnt hätte, wenn sie es nicht sicher wüsste. Sie will ja auch noch in Zukunft mit den 49ers arbeiten. Da müsste sie irre sein, wenn sie das behauptet ohne es sicher zu wissen.
Die Kritik an der Entlassung von Baalke finde ich etwas kurz kommentiert. Man hätte ihn vor Wochen entlassen sollen? Ja und dann?
Gamble direkt zum GM zu machen? = sofortige Kritik der Beatwriter, dass man keine ausgedehnte Suche macht und nur die naheliegende Lösung sucht.
Einen externen GM suchen? Meines Wissens kann ein Team während der Saison alle Interviewanfragen ablehnen. Daher könnte man sich bis zum Black Monday ja auch wieder nicht mit den aktuellen Top Kandidaten unterhalten. Bleiben arbeitslose (was einen Grund hat), solche vom TV (hat wohl auch Gründe, warum die im Studio sind und nicht bei einem Team) oder alte GMs. = bei allen Varianten gäbe es auch genug zu kritisieren.
Bei allem Ärger über die damalige Entlassung von Jim Harbaugh (der mit seiner Art sicher auch dazu beigetragen hat), hier müsste auch ein Vorschlag kommen, was anders gemacht werden könnte.
Baalke hätte man am Freitag entlassen sollen und das öffentlich machen und ihm am Sonntag keine Plattform bieten sollen oder man kommuniziert ihm das wie auch Kelly nach dem Spiel.
Dass nach einer 2-14 Saison der HC unter Beschuss steht, insb. wenn der GM stark unter Beschuss steht ist wohl jedem Journalist klar. Die Spekulation, dass es einen Neuanfang gibt, braucht noch nicht mal Leaks aus der Führung.
Bei Kelly wollte man ihm einen letzten Sales Pitch ermöglichen, dass man ihn hält. Ob es da wirklich eine ernsthafte Chance gab, muss sicher bezweifelt werden, da man sich die Verhandlungsposition bei anderen Coaches mit der Unsicherheit ob Kelly beim neuen GM bleibt oder nicht massiv verschlechtert hätte. Ihn auf "Vorrat" halten wäre auch nicht korrekt. Einzige kleine Option wäre der gleiche Status wie bei den anderen Coaches gewesen. Kelly kann sich einen neuen Job suchen, ist aber noch nicht entlassen. Allerdings wäre dadurch auch wieder die Suche erschwert.
Wie auch schon geschrieben: Kelly wusste, dass er sich mit Baalke auf ein riskantes Spiel einlässt. Er hätte auch irgendwo als OC arbeiten können. Die 49ers waren das einzige Team, das ihm einen HC Job angeboten hat. Daher hätte er liefern müssen, hätte Baalke den Allerwertesten gerettet und den Job behalten. So kam es wie es kommen musste.
Da die 49ers die einzigen sind, welche einen GM suchen, muss alles schnell gehen. Wenn man Ende Januar einen GM hat und dieser dann a) nicht mit gewissen HC-Kandidaten sprechen darf und b) gewisse HC bereits verpflichtet sind, ist man auch nicht wirklich weiter.
Spannend wäre es zu wissen, wie derzeit die Rolle von Gamble ist. Er hat sich ja mit den Spielern nach der Saison unterhalten. Ist also in der Rolle des Interim GM. Kann gut sein, dass er York und Marathe hilft, die HC Gespräche vorzubereiten und zu bewerten.
Zitat von: IamNINER am Sa, 7. Jan. ’17, 11:34
Ist also in der Rolle des Interim GM. Kann gut sein, dass er York und Marathe hilft, die HC Gespräche vorzubereiten und zu bewerten.
Wenn man York glauben kann tut er das nicht, York sagte dass nur er und Marathe in die Suche involviert sind. Außer natürlich ich hab da was falsch verstanden.
Gut, ich habe auch nur den Hinweis auf Twitrer gelesen, dass Gamble die Spieler in die Offseason verabschiedet hat. Kann auch sein, dass York und Marathe alleine unterwegs sind.
Insgesamt hätte ich es ja ohnehin top gefunden, wenn man einen Berater verpflichtet. Der muss am Ende nicht ineiner Rolle bei den 49era bleiben, aberJed unterstützen bei der Suche.
Die Chargers, Jets und Raiders haben ihre GM mit der Hilfe von Ron Wolf gesucht. Ich finde die Raiders wären da auch ein gutes Vorbild. Junger Owner mit wenig Footballhintergrund.
Auch die Chargers sind unter Telesco grundsätzlich gut aufgebaut worden. Pech für McCoy war sicher, dass die AFC West megastark wurde und die vielen verletzten Schlüsselspieler.
Zitat von: IamNINER am Sa, 7. Jan. ’17, 13:14
Auch die Chargers sind unter Telesco grundsätzlich gut aufgebaut worden. Pech für McCoy war sicher, dass die AFC West megastark wurde und die vielen verletzten Schlüsselspieler.
Na, da gibt es aber einige Chargers-Fans, die zumindest dem Teil mit dem Pech für McCoy widersprechen. Da wurde oft bemängelt, wie er agierte. Als OC sehen ihn viele wirklich perfekt aufgehoben, als HC eher nicht.
Zitat von: MoRe99 am Sa, 7. Jan. ’17, 13:20
Zitat von: IamNINER am Sa, 7. Jan. ’17, 13:14
Auch die Chargers sind unter Telesco grundsätzlich gut aufgebaut worden. Pech für McCoy war sicher, dass die AFC West megastark wurde und die vielen verletzten Schlüsselspieler.
Na, da gibt es aber einige Chargers-Fans, die zumindest dem Teil mit dem Pech für McCoy widersprechen. Da wurde oft bemängelt, wie er agierte. Als OC sehen ihn viele wirklich perfekt aufgehoben, als HC eher nicht.
dem will ich auch gar nicht widersprechen. Das "Pech" war sicher nicht der einzige Grund. McCoy hätte sicher mehr erreichen können und auch sollen.
Wenn Marathe ein Leak ist muss der auch weg.