In-Depth: Zwei Ansätze bei der Draft-Strategie der 49ers (30. Apr. 2012)
Die Draft-Strategie der 49ers lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: Erst holte man sich mehr Tempo und mehr Variationsmöglichkeiten - und dann Spieler, die etwas zu beweisen haben.
Fürs Tempo sollen die ersten beiden Picks sorgen - Wide Recever A.J. Jenkins und Running Back LaMichael James. Beide laufen die 40 Yards unter 4,4 Sekunden, und beide haben bewiesen, dass sie auch für lange Raumgewinne gut sein können: Jenkins hatte vergangene Saison fünf TDs mit mindestens 50 Yards Raumgewinn, James hatte vier. Die 49ers kamen übrigens auf drei die ganze Saison über - zwei durch die Offense, eines durch die Special Teams.
"Unsere Defense spielt bereits auf hohem Niveau und sehr schnell", sagte General Manager Trent Baalke nach der Draft, "und jetzt brauchten wir die Bausteine, die uns dasselbe bei der Offense ermöglichen".
Ähnlich sehen es Analysten: Mike Mayock von NFL Network betonte, die 49ers hätten vor allem durch die Defense gewonnen, und indem sie den Football nicht verloren. James gebe ihnen jetzt die seltene Möglichkeit, "von überall einen Homerun zu scoren". Headcoach Jim Harbaugh ist es wichtig, dass da nicht Spieler gewählt wurden, die reine Sprintertypen sind, sondern Footballspieler: "Das sind keine Trainingsweltmeister, sondern Spieler, die bewiesen haben, dass sie Football können".
Nach den ersten beiden Picks änderte sich der Schwerpunkt etwas. Jetzt ging es drum, die Defense mit Spielern eines bestimmten Typs abzusichern: Sie alle haben im College konstant Leistung gezeigt (und waren lange Starter) - und trotzdem was zu beweisen, weil sie in der Draft nach hinten durchgerutscht sind.
Da ist zum Beispiel Safety Trenton Robinson, der in die sechste Runde rutschte, weil er vielen Teams zu klein ist. Die 49ers aber sehen seinen Kampfgeist und seine Tackle-Fähigkeiten. Zumindest in den Special Teams sollen sich die auszahlen, aber man traut Robinson auch eine Karriere als Nickel-Package-Mann zu, der Reggie Smith ersetzen könnte.
Auch Wake Forest Guard Joe Looney rutschte nach unten, wohl auch, weil er sich im Senior Bowl am Fuss verletzt hatte. Baalke sagt, Looney traue er ohne weiteres zu, sich zum Starter zu entwickeln. Zumindest ist er eine weitere Möglichkeit, um die von Adam Snyder hinterlassene Lücke zu füllen. Center Jason Slowey, der Pick der sechsten Runde, soll sich in Ruhe entwickeln. Er braucht Erfahrung, da er Division II gespielt hat (bei Western Oregon). Dort aber war er dominant, und hat nach Meinung des Teams ebenfalls das Potezial, zum Starter zu reifen.
Und dann ist da mit dem Siebtrunden-Pick Defensive End Cam Johnson noch ein interessanter Mann: Er galt bei manchen als Kandidat für die ersten beiden Runden - wenn da nicht eine Blut-Krankheit wäre. Johnson leidet an einer abgeschwächten Form der Sichelzellen-Anämie. Das kann bei extremen körperlichen Belastung zu vorzeitiger Erschöpfung führen. Johnson aber sagt, damit könne er umgehen. Und die Niners glauben, dass er kein Every-Down-Spieler sein muss, sondern als Pass Rusher ein Spezialist für bestimmte Situationen werden könnte. "Er selbst findet, er hätte viel höher gedraftet werden müssen", so Baalke, "und aus welchem Grund das auch immer nicht geschehen ist - den Ansatz mag man. Ich mag es, wenn wir hier Spieler haben, die finden, dass sie übersehen wurden. Die wollen was zeigen und kämpfen mit aller Kraft um ihren Platz im Team".
Zusammen mit Fünftrundenpick Darius Fleming soll Johnson vermutlich um den vierten Outside Linebacker-Job hinter Ahmad Brooks, Parys Haralson und Aldon Smith kämpfen - das Team wollte nicht nochmals mit nur drei OLBs in die Saison gehen. "Letztes Jahr haben wir hohes Risiko gespielt", sagt dazu Coach Harbaugh, "es hat funktioniert, aber es war riskant. Jetzt haben wir noch zwei Neulinge mit enormem Pozenzial".
Quellen: Eric Branch, SF Gate; Matt Barrows, Sac Bee Blog, 29.4.
Fürs Tempo sollen die ersten beiden Picks sorgen - Wide Recever A.J. Jenkins und Running Back LaMichael James. Beide laufen die 40 Yards unter 4,4 Sekunden, und beide haben bewiesen, dass sie auch für lange Raumgewinne gut sein können: Jenkins hatte vergangene Saison fünf TDs mit mindestens 50 Yards Raumgewinn, James hatte vier. Die 49ers kamen übrigens auf drei die ganze Saison über - zwei durch die Offense, eines durch die Special Teams.
"Unsere Defense spielt bereits auf hohem Niveau und sehr schnell", sagte General Manager Trent Baalke nach der Draft, "und jetzt brauchten wir die Bausteine, die uns dasselbe bei der Offense ermöglichen".
Ähnlich sehen es Analysten: Mike Mayock von NFL Network betonte, die 49ers hätten vor allem durch die Defense gewonnen, und indem sie den Football nicht verloren. James gebe ihnen jetzt die seltene Möglichkeit, "von überall einen Homerun zu scoren". Headcoach Jim Harbaugh ist es wichtig, dass da nicht Spieler gewählt wurden, die reine Sprintertypen sind, sondern Footballspieler: "Das sind keine Trainingsweltmeister, sondern Spieler, die bewiesen haben, dass sie Football können".
Nach den ersten beiden Picks änderte sich der Schwerpunkt etwas. Jetzt ging es drum, die Defense mit Spielern eines bestimmten Typs abzusichern: Sie alle haben im College konstant Leistung gezeigt (und waren lange Starter) - und trotzdem was zu beweisen, weil sie in der Draft nach hinten durchgerutscht sind.
Da ist zum Beispiel Safety Trenton Robinson, der in die sechste Runde rutschte, weil er vielen Teams zu klein ist. Die 49ers aber sehen seinen Kampfgeist und seine Tackle-Fähigkeiten. Zumindest in den Special Teams sollen sich die auszahlen, aber man traut Robinson auch eine Karriere als Nickel-Package-Mann zu, der Reggie Smith ersetzen könnte.
Auch Wake Forest Guard Joe Looney rutschte nach unten, wohl auch, weil er sich im Senior Bowl am Fuss verletzt hatte. Baalke sagt, Looney traue er ohne weiteres zu, sich zum Starter zu entwickeln. Zumindest ist er eine weitere Möglichkeit, um die von Adam Snyder hinterlassene Lücke zu füllen. Center Jason Slowey, der Pick der sechsten Runde, soll sich in Ruhe entwickeln. Er braucht Erfahrung, da er Division II gespielt hat (bei Western Oregon). Dort aber war er dominant, und hat nach Meinung des Teams ebenfalls das Potezial, zum Starter zu reifen.
Und dann ist da mit dem Siebtrunden-Pick Defensive End Cam Johnson noch ein interessanter Mann: Er galt bei manchen als Kandidat für die ersten beiden Runden - wenn da nicht eine Blut-Krankheit wäre. Johnson leidet an einer abgeschwächten Form der Sichelzellen-Anämie. Das kann bei extremen körperlichen Belastung zu vorzeitiger Erschöpfung führen. Johnson aber sagt, damit könne er umgehen. Und die Niners glauben, dass er kein Every-Down-Spieler sein muss, sondern als Pass Rusher ein Spezialist für bestimmte Situationen werden könnte. "Er selbst findet, er hätte viel höher gedraftet werden müssen", so Baalke, "und aus welchem Grund das auch immer nicht geschehen ist - den Ansatz mag man. Ich mag es, wenn wir hier Spieler haben, die finden, dass sie übersehen wurden. Die wollen was zeigen und kämpfen mit aller Kraft um ihren Platz im Team".
Zusammen mit Fünftrundenpick Darius Fleming soll Johnson vermutlich um den vierten Outside Linebacker-Job hinter Ahmad Brooks, Parys Haralson und Aldon Smith kämpfen - das Team wollte nicht nochmals mit nur drei OLBs in die Saison gehen. "Letztes Jahr haben wir hohes Risiko gespielt", sagt dazu Coach Harbaugh, "es hat funktioniert, aber es war riskant. Jetzt haben wir noch zwei Neulinge mit enormem Pozenzial".
Quellen: Eric Branch, SF Gate; Matt Barrows, Sac Bee Blog, 29.4.
Kommentare
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MaybeDavis (30. Apr. 2012)
snoopy (30. Apr. 2012)
Demnächst kommen noch irgendwelche Spinner auf die Idee und draften Leute von Mississippi Valley State tsts
Duke (30. Apr. 2012)
Highlander78 (30. Apr. 2012)
Chewkas (30. Apr. 2012)
Woraus schließt du das??
Ich persönlich denke das wir da ein paar echt gute Spieler abgestaubt haben.
Sicher hätte es noch andere Kandidaten gegeben, aber dann hätten wir halt letzte Saison schlechter spielen sollen, um höher zu picken
Nein mal im Ernst, letztes Jahr haben auch die meisten rumgeheult wegen Aldon Smith und dann....
Auf einmal waren alle glücklich und niemand zählte sich mehr zu der Gruppe die dagegen waren, wie nach den Wahlen
Jenkins und James sind extrem explosiv und ich lass mich überraschen was da kommt.
Cordovan (30. Apr. 2012)
Ja genau! Was war doch das nur für ein Reach Mitte der 80iger, als Walsh an die 16. Stelle nach vor getradet hat um einen "langsamen" Jerry Rice zu draften. Unglaublich!
Cordovan (30. Apr. 2012)
Das waren wohl nur Fan-Wunschkanditaten. Oder anders: Wenn 29 Teams nahezu jeder Runde vor der draften, wird wohl der eine odere andere "Fan"-Liebling schon weg sein.
Che_Smith (30. Apr. 2012)
Sehr schöner Beitrag
MoRe99 (30. Apr. 2012)
Duke (30. Apr. 2012)
MaybeDavis (30. Apr. 2012)
stig49 (30. Apr. 2012)
Somila (30. Apr. 2012)
Fritzini (30. Apr. 2012)
frontmode (30. Apr. 2012)
MaybeDavis (30. Apr. 2012)
Der hat ja alles und jeden zerstört der ihm in den Weg kam. Nur die Gegner waren ja auch nicht wirklich dolle... Dennoch gefällt mir seine aggressive Art!
BTW, hab jetzt mittlerweile von jedem unserer Picks (+ ein paar UDFA's) Tapes gesehn, ausser von Mr. Looney...! Hat da vielleicht jemand nen Link wo man ihn mal vernünftig spielen sehen kann?
Plummer50 (30. Apr. 2012)
Hier z.B.: http://www.youtube.com/watch?v=01nc5kHzCHA
Nr. 78 bei Wake Forest
snoopy (30. Apr. 2012)
Das war aber schon recht langsam und technisch zweitklassig (man passt sich ja auch dem Gegner an) mal sehen, wie viel Biss er dann tatsächlich hat, vor allem, sich selbst zu verbessern.
MaybeDavis (30. Apr. 2012)
http://www.youtube.com/watch?v=wiLP5n4udrM
Biotonne (1. Mai. 2012)