Commentary: Matt Barrows (Sac Bee): Mehr "böse Jungs" in die OL! (22. Feb. 2010)
Matt Barrows findet, dass bei den 49ers zuviele freundliche Menschen in der Offense spielen:
Als ich 2003 erstmals über die 49ers schrieb, sagten die anderen Korrespondenten, so einen wie Dich wird Derrick Deese in einem Stück fressen. Und das war nur teilweise gescherzt.
Deese war damals der Left Tackle, und das Alphatier der 49ers. Er war laut und immer direkt ins Gesicht - einer, der im Locker Room stets für Aufregung gut war. Diese Attitüde brachte er auch aufs Spielfeld. Schon im Trainingscamp zettelte er immer wieder Fights an, um so den Defensive Players klar zu machen, dass Late Hits und Cheap Shots gegen seinen Quarterback, seinen Running Back und seine Wide Receivers nicht toleriert werden würden. Er war Polizist, Bodyguard und Rauswerfer in einer Person.
Und er war damit nicht der Einzige. Guard Ron Stone und Center Jeremy Newberry waren ebenso kampflustig. Zusammen ergaben sie eine der unterschätztesten Offensive Lines, die die 49ers je hatten.
In den sechs Jahren nach ihrer Zeit war die OL nie auch nur annähernd so gut. Mike Singletary und Scot McCloughan reisen jetzt durchs Land in der Hoffnung, das endlich zu reparieren. Sie sollten einen Spieler mit einer Deese-Attitüde suchen.
Als Mike Nolan Scot McCloughan 2005 einstellte, wollten sie die Franchise mit hart arbeitenden Spielern mit gutem Charakter wieder nach oben bringen. Und man muss ihnen zu Gute halten, dass sie die Sorte Spieler gefunden haben. Ich muss in der Offseason keine Polizeireport-Geschichten schreiben, so wie in anderen Städten (schlag nach: Cincinnati). Und darüber bin ich froh.
Die Frage allerdings ist: Hat das Team zu viele nette Jungs?
Das grösste Problem 2009 war der enorme Unterschied zwischen dem, was Singletary von seiner OL wollte und was sie ablieferte. Sing wollte Power und Biss - das Laufspiel sollte, so wörtlich "seinen Willen den Gegnern aufzwingen". Wenn die 49ers zwei Yards brauchten, sollte der Run drei holen.
Die Schuld daran, dass das nie funktionierte, tragen zum Teil auch Singletary selbst und sein wichtigster Mann in der Offense, Offensive Coordinator Jimmy Raye. Ihre Philosophie war zu simpel. Offenses können in der NFL heutzutage nicht mehr durchblicken lassen, was als nächstes passiert. Falls sie das tun, dann kriegen sie ihre Yards nicht, was 2009 viel zu oft der Fall war.
Aber die OL ist auch mit schuld. Sie übernahmen nie die "böse Jungen"-Philosophie, die Singletary will. Die Dreistigkeit eines Deese, Stone oder Newberry haben ihre Nachfolger einfach zu wenig. Nur einer besitzt sie wirklich, und das ist Vernon Davis. Aber bei den 49ers befürchten einige, dass man dabei ist, sie auch ihm noch auszutreiben.
Keiner will hier ein Team aus Schurken. Keiner will, dass die 49ers die Bengals werden. Aber sie sollten auch kein Team für Friedensmissionen haben.
2008 mochten die 49ers OT Carl Nicks aus Nebraska, der einer der Besten im Senior Bowl gewesen war. Nicks ist gross, körperlich und unerschrocken, damit war er einer der besten Offensive Linemen in der Draft.
Aber Nicks machte auch einige Dummheiten in Nebraska - zum Beispiel wurde er auf einer Party verhaftet, und das einen Monat vor der Draft. Daraufhin erlosch das Interesse der 49ers, obwohl sie einen OT gebraucht hätten. Stattdessen drafteten sie einen Center, Cody Wallace, in der vierten Runde. Die Saints nahmen Nicks in der fünften. Zwei Jahre später: Seit 32 Spielen ist Nicks der Starter und er besitzt jetzt einen Super Bowl Ring. Die 49ers suchen dagegen immer noch nach einem guten Tackle.
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, 21.2.
Als ich 2003 erstmals über die 49ers schrieb, sagten die anderen Korrespondenten, so einen wie Dich wird Derrick Deese in einem Stück fressen. Und das war nur teilweise gescherzt.
Deese war damals der Left Tackle, und das Alphatier der 49ers. Er war laut und immer direkt ins Gesicht - einer, der im Locker Room stets für Aufregung gut war. Diese Attitüde brachte er auch aufs Spielfeld. Schon im Trainingscamp zettelte er immer wieder Fights an, um so den Defensive Players klar zu machen, dass Late Hits und Cheap Shots gegen seinen Quarterback, seinen Running Back und seine Wide Receivers nicht toleriert werden würden. Er war Polizist, Bodyguard und Rauswerfer in einer Person.
Und er war damit nicht der Einzige. Guard Ron Stone und Center Jeremy Newberry waren ebenso kampflustig. Zusammen ergaben sie eine der unterschätztesten Offensive Lines, die die 49ers je hatten.
In den sechs Jahren nach ihrer Zeit war die OL nie auch nur annähernd so gut. Mike Singletary und Scot McCloughan reisen jetzt durchs Land in der Hoffnung, das endlich zu reparieren. Sie sollten einen Spieler mit einer Deese-Attitüde suchen.
Als Mike Nolan Scot McCloughan 2005 einstellte, wollten sie die Franchise mit hart arbeitenden Spielern mit gutem Charakter wieder nach oben bringen. Und man muss ihnen zu Gute halten, dass sie die Sorte Spieler gefunden haben. Ich muss in der Offseason keine Polizeireport-Geschichten schreiben, so wie in anderen Städten (schlag nach: Cincinnati). Und darüber bin ich froh.
Die Frage allerdings ist: Hat das Team zu viele nette Jungs?
Das grösste Problem 2009 war der enorme Unterschied zwischen dem, was Singletary von seiner OL wollte und was sie ablieferte. Sing wollte Power und Biss - das Laufspiel sollte, so wörtlich "seinen Willen den Gegnern aufzwingen". Wenn die 49ers zwei Yards brauchten, sollte der Run drei holen.
Die Schuld daran, dass das nie funktionierte, tragen zum Teil auch Singletary selbst und sein wichtigster Mann in der Offense, Offensive Coordinator Jimmy Raye. Ihre Philosophie war zu simpel. Offenses können in der NFL heutzutage nicht mehr durchblicken lassen, was als nächstes passiert. Falls sie das tun, dann kriegen sie ihre Yards nicht, was 2009 viel zu oft der Fall war.
Aber die OL ist auch mit schuld. Sie übernahmen nie die "böse Jungen"-Philosophie, die Singletary will. Die Dreistigkeit eines Deese, Stone oder Newberry haben ihre Nachfolger einfach zu wenig. Nur einer besitzt sie wirklich, und das ist Vernon Davis. Aber bei den 49ers befürchten einige, dass man dabei ist, sie auch ihm noch auszutreiben.
Keiner will hier ein Team aus Schurken. Keiner will, dass die 49ers die Bengals werden. Aber sie sollten auch kein Team für Friedensmissionen haben.
2008 mochten die 49ers OT Carl Nicks aus Nebraska, der einer der Besten im Senior Bowl gewesen war. Nicks ist gross, körperlich und unerschrocken, damit war er einer der besten Offensive Linemen in der Draft.
Aber Nicks machte auch einige Dummheiten in Nebraska - zum Beispiel wurde er auf einer Party verhaftet, und das einen Monat vor der Draft. Daraufhin erlosch das Interesse der 49ers, obwohl sie einen OT gebraucht hätten. Stattdessen drafteten sie einen Center, Cody Wallace, in der vierten Runde. Die Saints nahmen Nicks in der fünften. Zwei Jahre später: Seit 32 Spielen ist Nicks der Starter und er besitzt jetzt einen Super Bowl Ring. Die 49ers suchen dagegen immer noch nach einem guten Tackle.
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, 21.2.
Kommentare
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Duke (22. Feb. 2010)
So wie das Verhalten von Deese beschrieben wird, sollte doch grundsätzlich die Einstellung eines Footballspielers sein, oder irre ich da?
stig49 (22. Feb. 2010)