So wie es aussieht, haben die Bears den ersten (und vielleicht auch wichtigsten) Sieg des Jahres errungen. Die University of California will, die Älteren werden sich vielleicht dran erinnern, eine zeitgemäße Trainingseinrichtung neben dem Memorial Stadium errichten, um die hoffnungslos veralteten Einrichtungen innerhalb des Stadions abzulösen. Im Anschluss daran wäre der Weg für eine Renovierung des Stadions frei. Dies gilt übrigens für alle Teams der Uni, nicht nur für Football.
Die Pläne sind längst fertig, die Spenden für die Errichtung sind eingesammelt (es wird kein einziger Steuerdollar dafür ausgegeben), doch seit Ende 2006 besteht eine einstweilige Verfügung, die den Baubeginn verhindert. Verschiedene Gruppierungen (unter anderem die Stadt Berkeley) hatten unter Angabe der abenteuerlichsten Gründe versucht, das Vorhaben per Klage zu verhindern. Unter anderem wurde angeführt, dass die Bäume neben dem Stadion, die gefällt werden müssen, schützenswert sind (die Bäume wurden nach dem Stadionbau von der Universität selbst gepflanzt) und selbst für Gerüchte, dass die Stätte ein alter Indianerfriedhof ist (Beweise wurden natürlich nie geliefert), war man sich nicht zu schade. Ebenso wurde versucht, die Trainingseinrichtung als Erweiterung des Stadions zu verkaufen, was aufgrund kalifornischer Baurichtlinien im Zusammenhang mit Erdbebensicherheit erhebliche Schwierigkeiten für die Uni bedeutet hätte.
Nach 19 Monaten Gerichtsverfahren, die von zum Teil unfassbar absurden Vorfällen begleitet wurden, ist jetzt das Ende in Sicht. Die Uni hat die beiden kleinen Einwände, die die Richterin aus der riesigen Liste der Kläger als tatsächlich begründet rausgepickt hatte, in kürzester Zeit entkräftet, indem die strittigen Punkte entfernt wurden. Folgerichtig wurde die Uni am Donnerstag in einer letzten Anhörung schonmal als "primary prevailing party" bezeichnet, was bedeutet, dass sie den Rechtsstreit in allen wesentlichen Punkten gewinnen wird. Das endgültige Urteil (und damit auch die Aufhebung der einstweiligen Verfügung) wird für nächste Woche erwartet.
Wenn das neue Gebäude erstmal steht, wird ein eklatanter Nachteil der Bears beim Recruiting wegfallen und die Entwicklung des Footballprogramms erst richtig beginnen. Man kann Coach Jeff Tedford schonmal Dank und Respekt für seine Geduld aussprechen, denn dieses Projekt war immer die Bedingung dafür, dass er langfristig bleibt. Er hat sich von den Verzögerungen nicht beeindrucken lassen und hat somit bewiesen, dass die Bears für ihn mehr sind als nur eine Zwischenstation.