So, mittlerweile sind im Handball alle wichtigen Entscheidungen gefallen. Zwar gibt es noch die beiden WM-Qaulifikationsspiele der deutschen Mannschaft gegen Griechenland sowie die Relegationsspiele des Bundesliga-16. Dormagen gegen den TV Emsdetten, aber die Handball Bundesliga hat ihre Saison ansonsten beendet. Zeit für eine Bilanz.
Meister wurde - mal wieder, und insgesamt zum 16. Mal - der THW Kiel. Glückwunsch in den Norden!

Wer sich im entscheidenden Spiel beim schärfsten Konkurrenten durchsetzt hat es verdient. Ist schon beeindrucken, wie sich der THW trotz der Abgänge von Karabatic, Kavticnik und Lövgren durchgebissen hat.

Auf dem zweiten Platz landet der HSV Hamburg. Eigentlich eine grandiose Leistung, zumal der Rückstand auf den THW gerade mal einen Punkt beträgt. Aber die Hamburger haben eine sehr gute Chance auf ihre erste Meisterschaft nicht genutzt. Ob es ihnen in der nächsten Saison geleingt, wenn der THW deutlich weniger gravierende Abgänge zu verzeichnen hat?
Dritter und damit ebenfalls direkt für die Champions League qualifiziert hat sich die SG Flensburg-Handewitt. Das ist für mich eine der größten Überraschungen der Saison. Die Nordlichter haben sich hervorragend präsentiert und stehen völlig verdient auf dem dritten Rang. Hinter der SG platzierten sich die Rhein-Neckar Löwen, was angesichts der Ambitionen schon eine gewisse Enttäuschung darstellt. Zwar waren die Auftritte im DHB-Pokal und in der Champions League durchaus achtbar, teilweise sogar grandios, aber in der Bundesliga gab es zu viele Aussetzer. Kein Punkt gegen die Top 3, dazu zwei Niederlagen gegen die Füchse Berlin, das ist einfach zu viel. Mal sehen, ob die Löwen das Qualifikationsturnier zur Champions League (wird wohl in Mannheim statt finden) gewinnen und doch noch in die CL einziehen. Falls nicht spielen die Löwen im Europapokal der Pokalsieger.
Dort spielt auf alle Fälle der Titelverteidiger VfL Gummersbach, der auf dem fünften Platz landete und damit eine sehr starke Saison spielte. Trotz einiger Verletzter konnte das Team immer wieder sehr starke Mannschaftsleistungen abrufen. Das war schon großartig! Ich denke, dass der Abgang von Kapitän und Kreisläufer Robert Gunnarsson dem Team nicht allzu weh tun wird, da auch guter Ersatz kommt (u.a. Igor Anic vom THW).
Letztlich "nur" auf Rang 6 landete FrischAuf! Göppingen. Nach der tollen Vorrunde - man stand längere Zeit auf Rang 3 - ging dem Team ziemlich die Puste aus. Außerdem hatte man in der Vorrunde noch vom Spielplan profitiert, der die wichtigsten Konkurrenten nach Göppingen führte. Dennoch war es für Göppingen, wie ich finde, eine gute Saison, zumal auch das Viertelfinale des EHF-Pokals erreicht wurde. Mal sehen, ob es nächste Saison etwas weiter geht.
Hinter Göppingen konnte sich der aktuelle EHF-Pokal-Sieger TBV Lemgo nach einer mehr als wechselhaften, teilweise chaotischen Saison auf Platz 7 setzen. Weit weniger, als ursprünglich angedacht. V.a. war enttäuschend, wie Holger Glandorf auf RR agierte. Er war zu oft zu wiet weg von seiner Form, die ihn in Nordhorn ausgezeichnet hat. Nun geht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Mimi Kraus weg (zum HSV) udn Abwehrorganisator Daniel Kubes zum THW Kiel. Ob die Abgänge kompensiert werden können? Könnte sein, dass es eine schwierige Saison für den TBV wird.
Den achten Platz belegte der TV Großwallstadt, und das in einem "Herzschlagfinale" im Fernduell gegen die Füchse Berlin. Der TVG weist bei 40:28 Punkten eine Tordifferenz von +35 auf, die Füchse bei gleicher Punktzahl eine von +34. Wäre die Tordifferenz gleich hätte es ein Entscheidungsspiel gegeben. Das blieb dem TVG erspart, sodass man sich in Großwallstadt über die Teilnahme am EHF-Pokal freuen kann.