Also ich, und da schreibt wahrhaftig kein Experte, sehe es so: Sie (die Ravens) haben ihn (Gaither) mit einem "Erstrunder" zu diesem dementsprechenden bzw. vorgeschriebenen, einjährigem "Fix-Gehalt" gebunden und können nun, wie auch bei jedem anderen, unter Vertrag stehenden Spieler, einen "regulären trade" aushandeln.
Er steht nicht unter Vertrag. Er ist ja ein Free Agent, also Vertragslos. Aber die Ravens haben die Rechte an ihm. D.h, dass die 49ers die Rechte an ihm ertraden würden. Sie hätten also nach dem Trade einen Free Agent, der durch einen 1. Runden Pick geschützt ist. Aus diesem Grund wird man sich zuerst mit dem Spieler auf einen neuen Vertrag einigen, bevor man mit dem Team verhandelt.
Natürlich kann man mit dem Restricted Free Agent auch einen Vertrag aushandeln und ihn verpflichten ohne mit dem alten Team zu verhandeln. Dann muss man aber die festgesetzte Kompenasation bezahlen.
Ok, danke für die Aufklärung!
Laut "profootballtalk" haben wir mit RB Leon Washington, der mit einem "Zweitrunder belegt ist", gesprochen. Maiocco dementiert und meint, dass "RFAs" wie Gaither und Co. für uns eine schlechte Strategie sind, aber so ganz verstehe ich ihn nicht, da ohne "Cap" einfach immer weniger "Free Agents" den Markt erreichen. Bei Gaither weiß man im Gegensatz zu einem "Draft-Pick" immerhin halbwegs, was man bekommt. In Bezug auf Washington habe ich aber auch Bedenken, nicht wegen seiner bisher gezeigten Leistungen, viel mehr aufgrund der Verletzung. Da wäre mir Spiller nicht nur altersbedingt lieber.
Ich verstehe Maiocco schon. Man zahlt bei einem Restricted Free Agent doppelt: die Kompensation in Form von Draft Picks und das viele Geld, was ein Free Agent fordert. Da muss man sich schon sehr überlegen, ob man das tut.
Gaither gilt als unmotiviert und Trainingsfaul. Natürlich hat er sehr viel Talent. Ob man für einen solchen Spieler aber einen 1. Runden Pick abgibt und das Gehalt eines Top Left Tackles zahlt (50 - 60 Millionen) ist aus meiner Sicht fraglich. Wie gesagt müssen die 49ers in den nächsten beiden Jahren unglaublich viel Geld bereitstellen um Willis, Goldson und Davis langfristig zu binden.
Ob man jetzt für Gaither überhaupt so viel Geld ausgeben kann ist die große Frage. Denn heute Gaither verpflichten und morgen wegen dieser Verpflichtung Davis oder Willis ziehen zu lassen wäre ein ziemlich dummer Fehler. Ein Draft Pick an Position 13 wird die Hälfte oder sogar noch weniger von dem kosten, was Gaither kosten würde. Dazu weiß man nicht wie Gaither reagiert, wenn er erstmal so einen Vertrag unterschrieben hat. Es gab dann auch schon öfters Spieler, die nach der Vertragsunterschrift absolut enttäuscht haben. Und da gibt es sogar Spieler darunter, die nicht als Trainingsfaul galten. Wenn Gaither keine "Red Flags" hätte, dann würden ihn die Ravens niemals ziehen lassen. Ohne Risiko wäre also auch seine Verpflichtung nicht.
Die Geschichte um Leon Washington halte ich für viel wahrscheinlicher. So einen Spieler suchen die 49ers. Er wäre auch nicht so unglaublich teuer. Allerdings ist die Kompensation von einem 2. Runden Pick schon verdammt viel für ihn. Vor allem wegen seiner Verletzung im letzten Jahr.
Also ich verstehe alle Bedenken, die du geschrieben hast. Gerade in Hinblick auf Willis, Goldson und Davis. Dennoch sehe ich da auch künftig durchaus finanziellen Spielraum, selbst wenn man sich an den "Cap" hält und darüber hinaus sind "RFAs" für mich einfach pauschal keine "schlechte Strategie", nur weil etwas doppelt kostet.
Realistisch gesehen wird ein sehr guter "LT", gerade ohne "Cap", einfach kein "UFA" mehr. Klar, im Idealfall "draftet" man die größten Talente, bezahlt keine "UFAs" über, verschwendet keine picks für "trades" und bietet nicht um "RFAs", weil doppelt bezahlt wird. Die Realität sieht leider anders aus. Ein Gaither, trotz seiner Negativseiten, brachte aber schon auf "NFL-Niveau" sehr gute Leistungen. Das sehen die Ravens auch, sonst wäre er nicht mit einem Erstrunder belegt. Sie haben ja zudem schon einen "LT" für die Zukunft und nicht jedes Team hat wohlmöglich so große Probleme wie wir, einen vernünftigen "RT" zu finden

. Da ist ein zusätzlicher Erstrunder (gerade heuer) vielleicht doch Anreiz genug. Mir wäre es auch lieber, wenn wir das Team komplett über die Draft aufbauen würden, aber für realistisch halte ich es trotzdem nicht. Der große Unterschied von Gaither zu einem Andre Smith oder Anthony Davis (aktuell) ist doch, dass er trotz ähnlicher Sorgen (Einstellung, Motivation), bislang auf "NFL-Niveau" sehr gute Leistungen gebracht hat und wesentlich älter als die Genannten ist er auch nicht. Gerade weil wir seit Jahren Probleme haben, einen guten "RT" zu finden, sollte man meiner Meinung nach alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und nicht manches als "schlechte Strategie" deklarieren, weil man ja praktisch doppelt bezahlt und theoretisch es wesentlich besser haben könnte. Idealismus hat bei uns langsam ausgedient, wie ich diesbezüglich finde.