Vernon Davis zog sich einen schönen Anzug mit Krawatte an, um mit einigen Teamkameraden an einem der Hotspots der Stadt ein feierliches Steakdinner zu genießen - dazu trug er eine schwarze Kappe mit der Aufschrift "NFC West Champions". Jahrelang hatten Davis, Frank Gore, Alex Smith und viele andere daran gearbeitet. Gore und Smith deren sieben, um genau zu sein, Davis deren sechs. Star Linebacker Patrick Willis musste fünf Jahre warten.
Mit 26-0 fegten die 49ers (10-2) die St. Louis Rams (2-10) vom Platz und sicherten sich damit die Playoff-Teilnahme seit 2002 sowie den lange erwarteten Divisions-Titel für ein einst so stolzes Franchise, das entschlossen ist, unter Coach Jim Harbaugh die glorreichen Zeiten wieder aufleben zu lassen.
"Wir wollen die Meisterschaft. Das wollen wir schon lange.", so Davis. "Darum bin ich hier. Es bedeutet mir viel.", so Davis.
Harbaugh hat genau das abgeliefert, wofür die 49ers ihn im Januar engagierten: sofortigen Erfolg, einen wesentlichen Umschwung innerhalb von Monaten. So viel zum Thema, dass der Lockout ihm sehr geschadet hat.
Left Tackle Joe Staley verpasste Harbaugh zur Two-Minute Warning die Gatorade-Dusche - naja, er versuchte es wenigstens. Harbaugh, der 15 Jahre lang in der NFL Quarterback spielte, konnte so weit ausweichen, dass er nicht völlig triefend nass wurde.
"Dieser Schritt, dieses heutige Spiel ist für alle jene starken und kräftigen Männer, die die Flagge so viele Jahre getragen haben.", so Harbaugh. "Jedes Jahr sind sie hier gewesen, dachten, dies würde ihr Jahr sein, das Jahr, in dem es in die Playoffs geht ... und dann ist die Enttäuschung groß, wenn man es nicht schafft."
Gore erlief 73 yds und überholte damit Joe Perry als All-Time Leading Rusher der 49ers.
Alex Smith warf in der zweiten Halbzeit zwei Touchdowns für 52 und 56 yds zu Michael Crabtree und Kyle Williams, und David Akers verwandelte vier Field Goals. Damit sorgten sie dafür, dass Harbaugh nun der einzige Rookie Coach neben George Seifert (1989) und Steve Mariucci (1997) in der Franchise-Geschichte ist, der die Division gewonnen hat.
Der einzige Wermutstropfen kam, als Willis in der ersten Halbzeit mit einer Verletzung am rechten Oberschenkel ausschied. Harbaugh sagte nach dem Spiel, er gehe nicht davon aus, dass es eine ernsthafte Verletzung sei.
Rams Quarterback A.J. Feeley hatte in Vertreten des verletzten Starters Sam Bradford große Probleme. Er musste zuschauen, wie sich weitere wichtige Spieler verletzten, und selbst Feeley musste sich nach dem Spiel einer Röntgenuntersuchung am rechten Daumen unterziehen.
Die 49ers zeigten sich gut erholt von der entmutigenden 16-6 Niederlage, die sie an Thanksgiving in Baltimore gegen die von Harbaugh's Bruder John trainierten Ravens bezogen hatten und warteten mit einem weiteren methodischen Sieg auf.
Smith, der in Baltimore neun Sacks hatte einstecken müssen, ging am Sonntag gegen die Rams viermal zu Boden. Weiterhin hielten die Probleme in der Red Zone an, aber die 49ers feierten ihren ersten Shutout-Sieg, seit sie die Rams am 4. Oktober 2009 mit 35-0 besiegt hatten.
Die 49ers revanchierten sich auch für die Niederlage spät in der Saison 2010. Davor hatten sie die Rams fünfmal in Folge besiegt, bevor es am vorletzten Spieltag die Niederlage gab, die zu Coach Mike Singletary's Entlassung führte. Das führte dazu, dass Harbaugh im Januar verpflichtet wurde und die Transformation begann.
San Francisco's eindrucksvolle Saison könnte der Division helfen, das Stigma "NFC Worst" abzulegen.
"Es ist kein Hollywood-Team.", so Harbaugh. "Es ist ein Blue-Collar Team."
Smith, der in jenem letzten Spiel gegen die Rams nicht startete, komplettierte 17-von-23 für 274 yds ohne Interceptions und beendete das Spiel mit einem Rating von 142,3 - eine neue persönliche Bestmarke. Im vierten Quarter ließ er Backup Colin Kaepernick übernehmen.
Gore hatte früh im zweiten Quarter einen 2-yd Run. Damit kam er auf 7.345 Rushing Yards insgesamt in seiner Karriere und zog damit an Perry (7.344) in der ewigen Teamrangliste vorbei. Der 28-jährige Gore, ein zweifacher Pro Bowler in seiner siebten NFL-Saison, hatte dies für sich selbst als ein Ziel für diese Saison ausgegeben - obwohl der erste Trip in die Playoffs immer die erste Priorität war.
"Es hat einige harte Jahre hier gegeben.", so Gore. "Die Gelegenheit zu haben, in die Postseason zu gehen und das frühzeitig klar zu machen, ist ein Segen."
Gore und seine Teamkameraden tragen in dieser Saison ein Abzeichen mit der Nummer 34 auf dem Helm. Damit ehren sie Perry, der als erster Spieler zwei 1.000-yd Rushing Seasons hintereinander hinlegte und für seine sensationelle Schnelligkeit den Spitznamen "The Jet" erhielt. Im April verstarb er im Alter von 84 Jahren.
Akers verwandelte Field Goals aus 36 und 19 yds, bevor er 1:41 Minuten vor der Halbzeitpause mit einem 28-Yarder sein 31. Field Goal in dieser Saison erzielte. Damit übertraf er Jeff Wilkins' Franchise-Rekord, der 1996 30 Field Goals erzielt hatte. Im dritten Quarter verwandelte Akers noch einen 34-Yarder.
Willis schaute sich die zweite Halbzeit von der Sideline aus an, nachdem der vierfache Pro Bowler nach einem verpassten Tackle gegen Fullback Brit Miller merkwürdig gelandet war. Er blieb zunächst am Boden und ließ sich dann vom Feld helfen. Willis wurde von Larry Grant gut vertreten, er verzeichnete sechs Tackles und einen Sack.
Rookie Aldon Smith verzeichnete zwei Sacks, Ray McDonald einen. McDonald forcierte im zweiten Quarter einen Fumble gegen Feely, der von Aldon Smith an der 6-yd-Linie der Rams gesichert wurde. Jedoch führte dieser Turnover nur zu Akers' zweitem Field Goal. Die 49ers haben nun bei ihren letzten 14 Trips in die Red Zone neun Field Goals und nur drei Touchdowns erzielt.
Game Book |
Game HighlightsQuelle: NFL.com